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Flüchtlingsarbeit : 60 helfende Hände in Malente

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das erste Willkommens-Café für Flüchtlinge, organisiert von der Awo Malente, war erfolgreich. 30 Ehrenamtler wollen sich im Helferkreis organisieren und Flüchtlingen bei ihrer Ankunft in der Gemeinde helfen.

shz.de von
erstellt am 21.Apr.2015 | 04:30 Uhr

„Wenn die Menschen alle so toll sind, wie ‚unsere‘ Flüchtlinge, dann kann man einfach nur helfen“, sagt Franco Corsi und nippt an seiner Kaffeetasse. Der Vermieter aus Malkwitz kam gestern Nachmittag mit seinen sechs Schützlingen ins Malenter Awo-Bürgerhaus zum ersten Flüchtlings-Café. Zu dem hatte Hans-Jürgen Weber, Awo-Vorsitzender, eingeladen, um unter dem Motto „Kultur trifft auf Kultur“ Vorurteile abzubauen und Malentern und Neu-Malentern die Chance zu geben, sich kennenzulernen.

Von Vorurteilen hält Marc Balzer „gar nichts“. Der junge Rheinländer mietet ebenfalls bei Corsi und wohnt zusammen mit den sechs Männern aus dem Jemen und Syrien– „wir verstehen uns prima, kochen zusammen und unternehmen etwas“. Die Verständigung läuft meistens auf Englisch oder einer der Männer aus dem Jemen und Syrien dolmetscht für die anderen. „Wir haben ein wirklich freundschaftliches Verhältnis, sie sind auch sehr hilfsbereit und verstehen sich gut mit den anderen Mietern“, ergänzte Corsi. Er bot im Januar seine leeren Wohnungen der Gemeinde zur Vermietung für die zu erwartende große Zahl an Flüchtlingen an. Mehr als 70 leben derzeit in der Gemeinde und wie andernorts auch, ist die Wohnungsnot immer noch das größte und erste Problem, wie Ursula Rucker bestätigt. Sie engagiert sich seit mehr als 30 Jahren in der Flüchtlingsarbeit und ist in Eutin und bei der Awo Malente aktiv, als Patin hat sie sich unter anderem der Männer in Malkwitz angenommen und gibt Sprach- und Vertiefungskurse. Doch das ist nur ein Teil, was Malente den Flüchtlingen vor Ort anbietet.

30 Helfer haben sich in einem sogenannten Helferkreis zusammen gefunden. Hans-Jürgen Weber: „Wir haben zwar noch keinen Integrationsbeauftragten, wie Eutin, aber auch das ist im Werden.“ Läuft alles, wie geplant, soll der bald bestimmte Integrationsbeauftragte bei der Awo beschäftigt und von der Gemeinde finanziert werden. Noch übernimmt Birte Zanke-Klenner gemeinsam mit ihrer Schwester die Organisation des Helferkreises, doch auch hierfür soll in der nächsten Sitzung ein Sprecher gewählt werden, der in engster Abstimmung mit dem Integrationsbeauftragten zusammenarbeitet. „Wir sind dazu durch direkte Nachbarschaftshilfe gekommen. Vor dem ersten Helfertreffen im Februar wusste ich gar nicht, dass wir in Malente so viele Menschen haben, die unsere Hilfe brauchen“, sagte Zanke-Klenner. Doch eine dauerhafte Verantwortungsposition schloss sie für sich berufsbedingt aus.

Was sind die Hauptprobleme der Flüchtlinge? „Ganz klar die Sprache. Daran scheitert alles, sie schweigen lieber, als etwas falsch zu sagen.“ Deshalb bietet die Awo in ihren Räumen zweimal wöchentlich Sprachkurse. Wieder andere Helfer wollen sich um Behördengänge und -fragen kümmern oder um Familien und deren Kinder. Zanke-Klenner: „Es ist toll, wie alles zusammenläuft und die Menschen sind so dankbar um jede Hilfe und Zeit, die man mit ihnen verbringt.“


Wer auch helfen möchte: 04523-5439

 

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