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Ostholsteiner Anzeiger

23. Oktober 2017 | 12:47 Uhr

Griebel : 60 Hektar für den Naturschutz

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Fläche rund um den Griebeler See bis zur Siedlung Holzkaten im Stiftungseigentum / Teilweise extensive Bewirtschaftung

von
erstellt am 28.Mär.2016 | 13:37 Uhr

Das Projekt „Fansaneninsel“ in Eutin konnte Karl-Heinz Schulenburg nicht wie geplant zu einem Erfolg für den Naturschutz machen. In Griebel, wo er seit langem ansässig ist, sind die Ergebnisse seiner Naturschutzstiftung für jedermann sichtbar. Vor Ostern informierte Schulenburg zusammen mit der Treuhänderin seiner Stiftung, der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, und der Gemeinde Kasseedorf über die Hintergründe der Maßnahmen und weitere Pläne.

Insgesamt befinden sich 60 Hektar rund um den Griebeler See bis zur Siedlung Holzkaten im Stiftungseigentum. Eine Größe, die in privater Hand nahezu einmalig sei, hob Dr. Walter Hemmerling das Engagement positiv hervor. Der Geschäftsführer der Stiftung Naturschutz sah in der Form einer Treuhandstiftung, bei der die Verwaltung durch die Stiftung Naturschutz erfolgt, die Naturschutzflächen jedoch im Eigentum der Treuhandstiftung verbleiben, ein geeignetes Konstrukt für erfolgreichen Naturschutz. Es vereinige Ortskenntnisse und Mitarbeit der Stifter mit der professionellen Infrastruktur der Stiftung Naturschutz. Dem stimmte Karl-Heinz Schulenburg zu. Als sich abgezeichnet habe, dass es seitens seiner Familie kein Interesse an einer Nachfolge und somit den Flächen gebe, sei nur eine Stiftung in Frage gekommen, um darauf „für ewige Zeiten etwas für die Natur zu machen“. Ihm sei aber auch früh klar geworden, dass mit der Verwaltung der bislang eingebrachten 1,1 Millionen Euro und der Erfüllung der Naturschutzziele viel Verwaltungsarbeit verbunden sei. So kam es zum Schulterschluss mit der Stiftung Naturschutz, die nun erkennbare Früchte trage, so Schulenburg.

Eine große zusammenhängende Weidefläche entlang dem Fühlenweg zwischen Griebel und Holzkaten werde nun mit dem Ziel der Offenhaltung extensiv bewirtschaftete. Schulenburg legt großen Wert auf die Feststellung, dass die Weiden nicht der Landwirtschaft entzogen würden. Nur auf 2,8 Hektar wurden biotopgestaltende Maßnahmen umgesetzt. Am offensichtlichsten ist die Umwandlung eines schnurgerade verlaufenden Grabens in eine einen Hektar große Teichanlage. Hinzu kommen noch diverse kleine Maßnahmen, Knickanlagen und Streuobstwiesen von insgesamt einem Hektar Größe. Schulenburg gab sich überrascht angesichts der Artenvielfalt die sich bedingt durch die Wasserfläche in recht kurzer Zeit entwickelt habe. Es gäbe neben rund hundert unterschiedlicher Arten bereits je zwei Brutpaare Graureiher und Kraniche. Um das Ziel zu erreichen seien jedoch auch fünfstellige Summen in Gutachten investiert worden. Der Klingberg soll nun durch zwei Neuerwerbungen mit dem nahegelegenen Griebeler See zu einem Biotopverbund werden. Die Stiftung habe zum einen Ackerflächen aber auch eine verbindenden Grünlandfläche erworben. Das Grünland soll als artenreiches feuchtes Grünland entwickelt werden. Ein bestehender Teich direkt am Griebeler See wurde bereits von Bewuchs befreit, um durch direkte Sonneneinstrahlung als Laichgewässer dienen zu können. Auf den Ackerflächen sollen neben der zukünftig extensiven Bewirtschaftung Feldhecken zur Verbesserung im Sinne des Naturschutzes beitragen. Auf den 60 Hektar der Stiftung, zu der auch eine Neuaufforstungsfläche am westlichen Ufer des Griebeler Sees gehört, wurden unlängst 25 Standorte der seltenen Haselmaus kartiert. Ihre Population soll noch weiter zunehmen.

In Griebel sagte Schulenburg auch etwas über seine Motivation. Aus einem Beamtenhaushalt stammend, seien Tiere, die er sich immer gewünscht habe, ein Tabu gewesen. Er habe immer mit dem Gedanken gespielt in die Landwirtschaft zu gehen. Am Ende habe er einen anderen Weg eingeschlagen und habe dabei auch viele Glück gehabt. Nun wolle er davon abgeben. „Die Menschen können nur einen Sinn für die Natur bekommen, wenn sie sie auch erleben können. Aus diesem Grund habe er auch die Beobachtungsstelle am Fühlenweg geschaffen, die sich zu seiner Freude großer Beliebtheit erfreue. Schulenburg stellte auch eine politische Forderung. Gemeinden, die bei sich die Natur erhielten und so der Gesellschaft einen Dienst erwiesen, müssten Ausgleichzahlungen von den Gemeinden erhalten, die diese durch Siedlungen und Industrie verbrauchten. Eine Förderung die Kasseedorfs Bürgermeisterin Regina Voß gerne hörte und unterstützte. Die Natur, die alle zur Erholung nutzten, bringe nun einmal keine Gewerbesteuern.

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