Malente : 500 Musiker und ein buntes Finale

Blickfang: Die 15-köpfige Mädchentanzgruppe des tschechischen Youth Wind Orchestra of Jistebnik.
1 von 5
Blickfang: Die 15-köpfige Mädchentanzgruppe des tschechischen Youth Wind Orchestra of Jistebnik.

Das 32. Internationale Musikfest beherrschte das Wochenende im Kneippheilbad. 14 Musikgruppen unternahmen am Sonntag einen Sternmarsch zum Kurpark.

von
02. Juni 2014, 04:00 Uhr

„Ich hätte nicht gedacht, dass wir die Qualität und auch die Menge der Teilnehmer aus dem vergangenen Jahr noch steigern können“, sagte Organisator Manfred Buck spontan auf die Frage nach einem Fazit für das 32. Internationale Musikfest, das am Wochenende das Kneippheilbad beherrschte. Krönender, vielfach klingender Abschluss war gestern ein Sternmarsch von 14 Musikgruppen durch den Ort in den Kurpark, wo die Gastgeber, der Spielmannszug des TSV Malente und das Blasorchester Ratekau, warteten.

Wie schon am Sonnabend begleiteten gestern bei trockenem Wetter Tausende von Zuschauern die Freiluftkonzerte. „Der Kurpark war am Sonnabend schon proppevoll, und er ist es heute auch wieder“, jubelte Erich Eichhorn, der neben Manfred Buck zu den Organisatoren dieses Festivals gehört. Am Sonnabend spielten die Gruppen, die aus Tschechien und Polen nach Malente gekommen waren, im Kurpark.

Gestern folgte nun das Finale, nachdem es in Malente an verschiedenen Orten Platzkonzerte gegeben hatte.

„Toll“ war ein Adjektiv, das Bürgermeister Michael Koch zur Begrüßung der Musiker und Zuhörer auf der großen Freilichtbühne im Kurpark gleich mehrfach brauchte angesichts des Festes und angesichts der Stimmung. Besondere Aufmerksamkeit erregten naturgemäß die am weitesten angereisten Gäste:
das Jugendblasorchester Hajnówka aus Polen und das Youth Wind Orchestra of
Jistebnik. Die Tschechen waren bereits im vergangenen Jahr in Malente. Das Musikfest hatte ihnen so gut gefallen, dass sie mit fast 90 Personen – darunter eine 15-köpfigen Tanzgruppe – dieses Jahr wiederkamen.

In Verlegenheit sei man fast durch die Tatsache gekommen, dass alle Musikgruppen, die zugesagt hatten, auch gekommen seien, erzählte Erich Eichhorn. In Malente gab es am Wochenende keine gemeindliche Turnhalle, die nicht als Unterkunft von Musikern genutzt wurde.

Da die Hallen der Grundschule, in der Ringstraße und in der Neversfelder Straße aus allen Nähten platzten, wurde auch noch kurzfristig das Jugendzentrum und das Sportlerheim zur Unterkunft. Eichhorn: „Wir hätten sogar noch fünf Gruppen mehr haben können, denen mussten wir absagen.“

Einen größeren Rahmen für ein Signal, dass beim Malenter Spielmannszug die nächste Generation heranwächst, hätte es kaum geben können als gestern Nachmittag die Bühne des Kurparks: Katrin Steffen, die musikalische Leiterin des 1961 gegründeten Spielmannszuges, überreichte Tobias Buck ein Zertifikat für einen bestandenen Kurs. Mit diesem C-Grundkurs, die der 24-Jährige an insgesamt 15 Tagen in Bad Gandersheim absolviert hat, darf der Sohn von Musikzug-Chef Manfred Buck jetzt Proben leiten.

Ein weiteres Ziel hat sich der Student bereits gesteckt: Einen Aufbaukurs, mit dem er einen Musikzug leiten könnte. „Lust hätte ich schon. Die Kostenfrage muss ich allerdings noch klären, allein schaffe ich das nicht“. Die Kursgebühren für den C-Grundkurs hatte der Verein übernommen, Tobias Buck die Reiskosten in den Harz selbst bezahlt.

Tobias Buck spielt seit einem sechsten Lebensjahr Sopranflöte, Sein Vater Manfred Buck ist seit 1968 im Spielmannszug, seit 1987 leitet er ihn und seit 1996 hat er die Federführung bei der Organisation des Internationalen Musikfestes. Bei so viel Kontinuität dürfte außer Zweifel stehen, dass es nächstes Jahr das 33. Musikfest gibt.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen