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Neuer Bericht aus Can Ching : 50 Schüler in einer Klasse

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

An der Highschool Xan Ching wird alles im Chor nachgesprochen, was der Lehrer vor der Klasse sagt

von
erstellt am 23.Okt.2013 | 18:34 Uhr

Die Schüler des Beruflichen Gymnasiums aus Eutin nehmen in diesen Tagen auch am Unterricht in der Highschool in Xanching teil. Melina Wronski berichtet über ihre Erlebnisse.

Der Schulalltag in der Xan Ching Highschool ist erwartungsgemäß ganz anders als in Deutschland. Ich weiß nicht mehr, wie oft ich bei unserem ersten Besuch „I'm impressed und I can't belive it“ gesagt habe. Die Schüler wohnen montags bis sonnabends in Vier- bis Achtbettzimmern in Wohnblocks, auch wenn Eltern und Familie nur 5 Minuten entfernt sind.

Natürlich vermisse sie ihre Eltern, so meine Gastschwester Sirui, aber es sei verboten, in der Woche zu Hause zu schlafen. Der Tag wäre ohne die unmittelbare Nähe gar nicht zu meistern. Um 6 Uhr klingelt der Wecker, das Frühstück darf unter Zeitdruck nicht länger als fünf Minuten dauern und schon geht es ab in den Klassenraum mit bis zu 50 anderen Schülern.

Der Unterricht ist nicht so kommunikativ wie in Deutschland. Die chinesischen Schüler werden berieselt von einer Lehrkraft, der offenbar langsame oder hilfenedürftige Jugendliche egal sind. „Am I clear?“ War eine häufige gestellte Frage der Englischlehrerin, in deren Unterricht wir kamen. Doch niemand fragte nach oder widersprach. Es wird alles, was der Lehrer sagt im Chor nachgesprochen, auch wenn der Sinn der Worte nicht verständlich ist.

Nach drei Stunden gehen alle Schüler auf den Schulhof und Tanzen nach einer vorgegebenen Choreographie. Das alles ist nicht wie in Deutschland ein bisschen chaotisch, sondern in geraden Reihen hintereinander und synchron. Danach springen alle Schüler 90 Sekunden mit Springseilen. Niemand wagt es, Unlust zu zeigen und das Tanzen zu boykottieren, denn es sei ja gut für den Kreislauf und nach 3 Stunden Unterricht irgendwie auch ganz angenehm.

Bis zum Mittag wird wieder gepaukt. Um 11.45 Uhr sieht man die ersten hungrigen Chinesen über das Schulgelände laufen, um möglichst weit vorn in der Schlange in der Mensa zu stehen. Alle essen sehr schnell, denn dann kann man noch vor der nächsten Stunde die ersten Hausaufgaben erledigen. Die Schüler lernen bis zum Abend im Klassenzimmer, und machen bis spätestens 21.45 Uhr Hausaufgaben, denn dann muss jeder in seinem Bett liegen und das Licht geht aus.

Als wir Deutsche den Unterricht besuchten, wurden wir wie Stars behandelt. Ein großes Erlebnis mit einem schnieken, blonden, großen Jungen ein Foto zu machen oder die Email Adresse eines Deutschen zu besitzen.

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