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Ostholsteiner Anzeiger

23. August 2017 | 14:20 Uhr

50 Menschen bei Typisierung

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Seit fünf Tagen schon läuft die DKMS-Aktion in der Rettberg-Kaserne / Gestern konnten Bürger aus Stadt und Umland kommen

Es dauert nur wenige Minuten: Persönliche Daten angeben, Einverständniserklärung unterschreiben und mit je einem Stäbchen an der Mundschleimhaut den Speichel aufnehmen, eintüten, fertig.

Gestern haben sich insgesamt 50 Menschen aus Eutin und Umgebung in der Rettberg-Kaserne für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) auf diese Weise typisieren lassen. Mit so viel Ansturm hatte keiner gerechnet. „Jeder einzelne Spender ist wichtig“, sagt DKMS-Mitarbeiter Simon Stifter. Noch bis zum 28. Oktober können sich die Soldaten der vier Kompanien am Standort registrieren lassen. Rund 200 sogenannte Sets hat die DKMS eigens für die Aktion an die Rettberg-Kaserne geschickt, die verantwortlichen Soldaten per Telefonkonferenz geschult, wie Stifter erzählt.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Soldaten der Rettberg-Kaserne die DKMS unterstützen. Ausschlaggebend dafür war das Engagement eines einzelnen Soldaten, der im Bekanntenkreis mit Leukämie konfrontiert wurde. „Die Aktion wurde im letzten Jahr gut angenommen, deshalb wollten wir es dieses Jahr wiederholen und auch für die Bürger öffnen“, sagt Oberfeldwebel David Stockmann.

Pünktlich um 13 Uhr kamen die ersten Freiwilligen aus Eutin und dem Umland. Ihre Gründe ähnelten sich sehr: „Wenn man so leicht helfen kann, warum soll man das dann nicht tun?!“, fragt eine 45-jährige Ahrensbökerin und steckt noch etwas in die Spendenbox. Geld, das dringend gebraucht wird. „Pro Speichelprobe haben wir 50 Euro Laborkosten, die wir über Spenden finanzieren müssen“, sagt Stifter. Corry Syring (50) aus Eutin kam direkt nach der Arbeit vorbei: „Ich wollte das schon lange mal machen. Jetzt habe ich endlich die Möglichkeit dazu, weil es direkt vor Ort ist.“

THW-Mann Wolf Hinrich Koch (44) ist zusammen mit Martin Hube (23, ebenfalls THW) gekommen: „Helfen steckt bei uns ja schon im Namen“, sagt er mit einem Lächeln.

Karin Müller (63) ist persönlich betroffen: „Meine Freundin ist vor elf Jahren an Leukämie erkrankt. Jetzt wollte ich mich endlich registrieren lassen.“ Doch das klappte nicht. „Die Neuaufnahme geht bei uns bis 50 Jahre. Wenn die Spender 60 Jahre alt sind, werden sie in der Datei gesperrt“, sagt Stifter. Denn neben den genetischen Merkmalen, die stimmen müssen, sei der gesundheitliche und körperliche Zustand des Spenders ebenso wichtig.

Risikogruppen wie Diabetiker sind von einer Registrierung ausgeschlossen, ebenso Homosexuelle. Dabei ist der ideale Spender statistisch gesehen männlich und in den jungen Zwanzigern. Laut DKMS heißt es dazu: „Wir sind an dem Thema dran.“ Eine Änderung sei schon beschlossen, doch bis die Richtlinien nicht angepasst sind, müssen Schwule abgelehnt werden.

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erstellt am 23.Okt.2014 | 11:59 Uhr

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