50 Euro für den hässlichen Seeteufel

Ein Fisch mit Riesenmaul:  Dirk Schrader präsentierte bei der Auktion einen Seeteufel – für Genießer eine Delikatesse.
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Ein Fisch mit Riesenmaul: Dirk Schrader präsentierte bei der Auktion einen Seeteufel – für Genießer eine Delikatesse.

Die Großveranstaltung „Das Ostufer macht mobil“ lockte mit vielen Attraktionen und zog auch junge Meeresforscher in ihren Bann

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12. Juli 2015, 16:06 Uhr

Dirk Schrader betrachtete die Auktion fast schon als pädagogische Aufgabe. „Hier sehen die Menschen keine Filets, sondern ganze Fische“, sagte der Geschäftsführer von Wiese & Kruse. Meeräschen, Seehechte und auch mächtige Steinbutts präsentierte er dem Publikum.

Für besonderes Staunen sorgte Lotte, besser bekannt als Seeteufel. Dieser Fisch mit seinem gewaltigen Maul sieht abstoßend aus, gilt aber als Delikatesse. Immerhin: Lotte brachte bei der Versteigerung 50 Euro ein.

Mit der Fischauktion knüpfte die Großveranstaltung „Das Ostufer macht mobil“ an Traditionen des Kieler Seefischmarktes an. Jahrzehnte zurück liegen auch die Hoch-Zeiten einiger Auto-Veteranen, die sich auf der Pier aufreihten. Unter ihnen waren ein Plymouth-Straßenkreuzer, zwei Isettas („Knutschkugeln“) und auch ein „Fiat Topolini“, Jahrgang 1937. Das „Mäuschen“ (so die deutsche Übersetzung) gehört Harald Bauer, der im Jahr 4000 Kilometer im Veteranen zurücklegt. „Am liebsten bei Tempo 70“, erzählt er, „bei 80 wird es unangenehm“.

Jona (9) und sein gleichaltriger Freund Timo haben ganz andere Träume. Die beiden jungen Abenteurer erkundeten die „Alkor“. Das Forschungsschiff von Geomar hatte am Seefischmarkt festgemacht und die Bevölkertung zum „Open Ship“ eingeladen. Jona und Timo machten sich mit Plankton vertraut und hielten Seesterne in ihren Händen. Für die beiden steht jetzt fest: „Wir wollen Meeresforscher werden.“

Zigtausende waren beim Wellingdorfer Fest dabei, viele kamen übers Wasser. Der Andrang bei der Fördefähre, die kostenlos zwischen Blücherbrücke und Schwentine pendelte, war so gewaltig, dass Festmacher Martin Großmann sein Zählgerät bemühen musste. Bei 200 Passagieren war Schluss – mehr ist nicht gestattet. Wer nicht an Bord kam, musste auf den nächsten Törn warten.  

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