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Ostholsteiner Anzeiger

19. August 2017 | 02:39 Uhr

Preetz : 50 000 Euro Soforthilfe für Irbid

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Kirchenkreis Plön-Segeberg versteht dieses Projekt als ein Zeichen für die Wichtigkeit der heimatnahen Flüchtlingshilfe

Der Kirchenkreis Plön-Segeberg hat neben einem Hilfsfonds zur Unterstützung der Flüchtlingsarbeit in den Kirchengemeinden der Propsteien Plön und Segeberg einen weiteren unter dem Titel „care Pakete für Irbid“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, nicht nur den Flüchtlingen zu helfen, die es bis hierher geschafft haben, sondern auch denen, die nahe ihrer Heimat Zuflucht gefunden haben, im äußersten Norden Jordaniens nahe der Grenze zu Syrien gestrandet sind.

Der Kirchenkreis versteht dieses Projekt als ein Zeichen für die Wichtigkeit der heimatnahen Flüchtlingshilfe. „Wir müssen den Blick auf Beides richten: Auf die Unterstützung der Flüchtlinge hier bei uns in Deutschland, aber auch direkt vor Ort“, sagte Propst Dr. Daniel Havemann. Für das Projekt habe sich mit der Johanniter-Auslandshilfe ein verlässlicher und kenntnisreicher Partner in Jordanien gefunden.

In der Universitätsstadt Irbid und an dessen Rändern wohnen inzwischen Hunderttausende von Flüchtlingen. Ethnisch, kulturell und sprachlich sind sich die Menschen auf beiden Seiten der Grenze sehr nahe. Es gibt viele Familienbeziehungen über die Grenzen hinweg. Die Dimensionen des Flüchtlingsdramas beginnen jedoch die Beteiligten zu überfordern. Die Preise für Lebensmittel, Mieten aber auch Benzin, Koch- und Heizgas sind enorm hoch, berichtet Jens Schwalb. Er ist Fachbereichsleiter der Johanniter-Auslandshilfe im Mittleren Osten. Mit den 50 Kilogramm schweren Paketen will man syrische Flüchtlingsfamilien als auch jordanische Gastgeber entlasten. Die Pakete enthalten unter anderem Reis, ÖL, Zucker, Linsen, Nudeln und Salz.

Ein care-Paket kostet aktuell 50 Euro inkl. Verspackung und Transport. Die Lebensmittel werden in Jordanien eingekauft und gepackt von einer kleinen Organisation geflüchteter syrischer Studenten. Mittels der Soforthilfe des Kirchenkreises in Höhe von 50  000 Euro können knapp 1000 Familien mit sechs Personen für vier bis sechs Wochen mit Grundnahrungsmitteln versorgt werden. „Mit den 50  000 Euro kommen wir bis Mitte des Jahres aus, hoffen aber das Jahr mit weiteren Spenden voll zu bekommen“, sagte Propst Erich Faehling. Für die Kinderbetreuung habe die Auslandshilfe sogenannte „Child friendly spaces“ eingerichtet – kinderfreundliche Räume, in denen sich Sozialarbeiter und Psychologen um die vom Kriegstrauma gezeichneten Kinder zu kümmern.

Die Lebensmittelpakete – verteilen sich auf 5500 Syrer darunter 3000 Kinder. Diese Hilfe sei insofern wichtig, erläuterte Peter Wiegner, Präses der KirchenKirchenkreissynode, als das die Vereinten Nationen diesen Menschen nicht beistehe. „Mit den Johannitern habe ich das Gefühl, die Pakete eins zu eins zu überreichen“, bedankte sich Propst Faehling für das Engagement.

Durch das Einwerben von Spenden möchte der Kirchenkreis weitere 25  000 Euro auf 50  000 Euro verdoppeln und so lange wie möglich mit den Johannitern vor Ort helfen. „Wir hoffen damit ein Zeichen zu setzen“, ergänzte Faehling, „dass wir daran glauben, dass die Flüchtlinge irgendwann wieder in ihrem eigenen Land sicher sind.“

 

Der Kirchenkreis Plön-Segeberg hat ein Sonderkonto eingerichtet: „care Pakete für Irbid“. Kontakt: Propst Dr. Daniel Havemann, Telefon 04551/ 9636420 oder propst.havemann@ kirchenkreis-ploe-se.de


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erstellt am 24.Mär.2016 | 16:27 Uhr

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