4400 Fahrgäste im ersten Jahr

Seit Dezember überschreitet der Malenter Bürgerbus eine weitere Gemeindegrenze und bedient auch Sielbeck.
Seit Dezember überschreitet der Malenter Bürgerbus eine weitere Gemeindegrenze und bedient auch Sielbeck.

Der Malenter Bürgerbus-Verein ist mit der Nutzung seines Angebots sehr zufrieden – Dorfschaften profitieren besonders

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03. Januar 2018, 14:27 Uhr

Das vierte Quartal fiel zwar erwartungsgemäß schwächer aus als das vorige: Der Verein Bürgerbus Malente ist knapp ein Jahr nach dem Start mit dem Projekt aber dennoch sehr zufrieden: „Besonders erfreulich ist, dass wir die Prognosen zu den Fahrgastzahlen mehr als erfüllt und unser Ziel erreicht haben, die Dorfschaften besser mit dem Ortskern Bad Malente-Gremsmühlen zu verbinden“, sagte Vereinsvorsitzender Michael Winkel. Dies sei mithilfe des integrierten Fahrgastzählers, der die Ein- und Ausstiege GPS-genau zuordne, dokumentiert.

Am Montag, dem 9. Januar, ging der Bürgerbus, der Platz für bis zu acht Fahrgäste bietet, im vergangenen Jahr auf Jungfernfahrt. Bis Jahresende transportierte der weiße Kleinbus genau 4402 Fahrgäste, im letzten Quartal des Jahres waren es 1142. Damit blieb die Zahl der Passagiere zwar knapp 25 Prozent unter denen des dritten Quartals, als 1522 Fahrgäste den Bus bestiegen. Im Sommer profitierte der Bus aber auch von Urlaubern und Fahrgästen, die den Bürgerbus in den Ferien anstelle der Schulbusse nutzten. Insgesamt war das letzte Quartal immer noch das zweitstärkste. Da die Mitfahrt im Bürgerbus kostenlos ist, setzt der Verein auf die Spendenbereitschaft seiner Nutzer. Im vierten Quartal zahlte jeder Fahrgast 88 Cent (3. Quartal: 83 Cent).

Erfreulich für die Fahrgäste: Seit Anfang Dezember kommen sie auch nach Sielbeck, wo drei Haltestellen existieren. Damit überschreitet der Malenter Bürgerbus nicht nur die Gemeindegrenze nach Plön, wo Ober- und Niederkleveez angefahren werden, sondern auch nach Eutin. Eigentlich wollten die Bürgerbus-Macher Sielbeck, bereits von Beginn an in die Nordroute einbeziehen. Doch fehlte es bislang an einer Wendemöglichkeit. Diese wurde jetzt durch die Genehmigung des Uklei-Fährhauses geschaffen, das dem Bürgerbus seinen Parkplatz zum Wenden bereitstellt. Mit der Fahrplanerweiterung wurde auch ein entsprechender Wunsch der Stadt Eutin und des Sielbecker Dorfvorstehers erfüllt.

Der Bürgerbus ist von Montag bis Freitag vormittags und abends jeweils einmal auf der Nordschleife und jeweils zweimal auf der Südschleife unterwegs. Sonnabends werden die nur Vormittagstouren gefahren. Laut Statistik sind an den 74 Einsatztagen im vierten Quartal pro Tag durchschnittlich 15,43 Fahrgäste mitgefahren, in den Quartalen davor waren es 9,4, 14,7 und 19,2. Nach wie vor wird das Angebot besonders vormittags genutzt. Im vierten Quartal fuhren vormittags 669 Passagiere mit, abends waren es 376, an zwölf Samstagvormittagen 97.

Zum Jahresende hatte der Bürgerbus gut 42 000 Kilometer auf dem Tacho. Mit Ausnahme eines technischen Defekts im dritten Quartal, der zu einem kurzfristigen Ausfall führte, und eines kleinen Rangierunfalls mit einem anderen Fahrzeug am 30. November, verliefen die Fahrten störungsfrei. Weil die automatisch ausfahrende Trittstufe nicht richtig funktionierte, kamen zwei Fahrgäste zu Fall, ohne sich zu verletzen. Dieses Problem soll durch regelmäßige Reinigung der Mechanik behoben sein. Der Kreis Ostholstein will möglichst schnell dafür sorgen, dass die Fahrplandaten des Bürgerbusses im Nah-SH-System www.nah.sh aufgenommen werden.

Eine personelle Veränderung hat es bei der Organisation der Bürgerbusfahrten gegeben. Ingo Wagner, einer der Initiatoren des Bürgerbusses, hat den Posten des Fahrdienstleiters im November an Wilhelm Cubasch abgegeben.

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