4000 Euro für „Praxis ohne Grenzen“

Kornelia Klein-Epphardt freut sich über die 4000 Euro, die Ina von Goetz, Juliane Scheele (IWC) sowie Günter Lührs (RC) überreichten.
Kornelia Klein-Epphardt freut sich über die 4000 Euro, die Ina von Goetz, Juliane Scheele (IWC) sowie Günter Lührs (RC) überreichten.

shz.de von
23. Juli 2015, 14:29 Uhr

Sie untersuchen kranke Menschen ohne als erstes nach der Versichertenkarte zu fragen – die Ärzte von „Praxis ohne Grenzen“. Eine von ihnen ist die Internistin Kornelia Klein-Epphardt, die bis 2010 eine Praxis mit ihrem Mann in Eutin geführt hat. „Kurz vor meinem Ruhestand habe ich mir überlegt, wie ich denn weiter medizinisch helfen könnte und bin auf die damals gerade neueröffnete ‚Praxis ohne Grenzen‘ von Uwe Denker in Bad Segeberg gestoßen“, sagt die heute 68-Jährige. Sie gehört dort zu einem Team von fünf Ärzten und sieben Arzthelferinnen, die jeden Mittwochnachmittag am Kirchplatz in Segeberg Menschen behandeln, die nicht krankenversichert sind oder deren Krankenversicherung ruht. „Es sind Menschen zwischen 40 und 60 Jahren, überwiegend Männer. Die Berufe reichen vom Handwerker über Ingenieure, entlassene Postbeamte oder Menschen aus der EU, die zwar in ihrem Land versichert sind, nicht aber hier“, zählt sie die Bandbreite der Patienten auf. Das Problem: Wer in keiner Krankenversicherung ist oder keine Leistungen bezahlt, erhält auch nur Notfallleistungen.

Seit 2010 sind mittlerweile tausend Menschen in der Praxis ohne Grenzen in Bad Segeberg behandelt worden. „Anfangs kamen die Menschen auch noch aus Flensburg, Husum und Hamburg zu uns. Heute gibt es insgesamt acht Praxen ohne Grenzen in Schleswig-Holstein.“ In Ostholstein sind zwei davon: in Neustadt und Stockelsdorf. Die Ärzte vor Ort behandeln die Patienten kostenlos, stellen grüne Rezepte aus, die in kooperierenden Apotheken eingelöst werden können. „Die Kosten übernehmen wir“, sagt Klein-
Epphardt. Allein 2013 seien 20  000 Euro an Medikamentenkosten angefallen. Kostspielige Operationen oder Bestrahlungen bei Krebspatienten seien da noch nicht eingerechnet. So benötige eine Patientin aus der Mongolei, die in Deutschland studierte und eine Hepatitis-C-Erkrankung hatte, dringend eine neue Leber. Geschätzte Kosten: 250  000 Euro.

Von der Arbeit der Ärzte überzeugt war auch Juliane Scheele, einstige Präsidentin des Inner Wheel Clubs. „Ich fand es toll, was Kornelia begonnen hat, nachdem sie mit ihrer Praxis aufgehört hatte.“ Scheele lud die Eutiner Ärztin während ihrer Amtszeit zum Vortrag ein, konnte so alle Mitglieder des Clubs begeistern. Von der Idee, den Erlös des traditionellen Flohmarktes beim Pflanzencenter Buchwald diesem Projekt zu spenden, ließ sich auch der Rotary Club Eutin überzeugen. Beide Clubs rundeten die Einnahmen auf 4000 Euro auf, den sie gestern symbolisch an Klein-Epphardt im Schloss übergaben.

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