40 Jahre Lebensqualität im Alter

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27. Juni 2009, 03:59 Uhr

Eutin/ | Schutz und Wohlergehen der Bewohner, ein friedliches Zusammenleben und vor allem die Würde der pflegebedürftigen Menschen bewahren - diese Ziele hat das DRK-Pflegezentrum Waldstraße. Und das seit 40 Jahren - dieser Geburtstag wurde gestern mit einem Festakt gefeiert.

"Wir blicken auf 40 Jahre Geschichte rund um dieses Haus, die ungeheuer interessant ist", versprach DRK-Kreisvorsitzende Henriette Gräfin Platen. Gemeinsam mit Christian Burgdorf, dem Leiter des Pflegezentrums, ließ sie mehr als vier Jahrzehnte Revue passieren.

Um 1900 baute der Schweizer Naturwissenschaftler Professor Dr. Richard Biedermann-Imhoof die Villa "Tanneck", später "Biedermannvilla". Seine beiden Kinder Elisabeth-Luise und Friedrich-Adolph, genannt "Fräulein Lisa" und "Fritz", wuchsen mit wenig sozialen Kontakten und schwacher Gesundheit auf. Nach dem Tod ihrer Eltern versorgten Pfleger die Kinder, den Unterhalt übernahm ein Onkel in der Schweiz, Robert Biedermann.

Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte dieser für die Kinder nicht mehr aufkommen; 1947 unterbreitete die Stadt Eutin dem Onkel den Vorschlag, sich bis zu deren Lebensende um die Kinder zu kümmern. Daran war aber die Bedingung geknüpft, aus der Villa ein Pflegeheim für Eutiner Bürger zu machen. Der Onkel willigte ein, das Heim beherbergte 15 Menschen - zwei davon waren Lisa und Fritz.

"Die wirtschaftliche Lage der Stadt war schon damals nie rosig" erklärte Burgdorf: 1964 übernahm der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes das "Biedermannheim". Für 3,5 Millionen DM wurde ein Alten- und Pflegeheim mit 110 Plätzen gebaut, das im Februar 1969 geöffnet wurde.

Seitdem wurde das Alten- und Pflegeheim Eutin mehrfach modernisiert und im letzten Jahr schließlich auch der Name in "DRK-Pflegezentrum Waldstraße" geändert. Schwerpunkt sei nach wie vor die Lebensqualität der Bewohner nach Möglichkeit zu verbessern.

Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz betonte die Wichtigkeit der Einrichtung: "40 Jahre Dienst an alten Menschen und ihren Familien, die ihre Angehörigen gut betreut in geordneten Verhältnissen wissen können."

Die kontinuierliche Anpassung an sich ändernde Umstände sowie das Bestreben, Menschen ein schönes Umfeld zu bieten sei "ein Segen für die Gesellschaft. Die Stadt ist froh und glücklich, dass wir das Pflegezentrum haben", so Schulz.

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