zur Navigation springen

Gericht ließ Gnade walten : 37-Jähriger erhält nach 18 Betrugsfällen noch eine Chance

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Anklage hätte den 37-jährigen Wiederholungstäter hinter Gitter gesteckt, zumal er während der Bewährungszeit rückfällig geworden war. Aber das Eutiner Gericht räumte dem Eutiner einer letzte Chance ein.

Ein 37-jähriger Eutiner wurde Mittwoch wegen gewerbsmäßigen Betruges in 18 Fällen vom Schöffengericht zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Der bereits zweimal einschlägig Vorbestrafte gab gleich zu Beginn der Verhandlung zu, über einen Zeitraum von mindestens einem halben Jahr über das Internet bei verschiedenen Firmen Produkte im Wert von etwa 5500 Euro bestellt zu haben, die er gar nicht bezahlen konnte. Der Mann nutze zehn bestehende, auf andere Personen gemeldete Kundenkonten. In zwei Fällen wurde der Kaufbetrag von den Konten der Betroffenen abgebucht.

Einige Gegenstände behielt der Angeklagte, den Großteil – darunter Mobiltelefone, Waschmaschinen und Textilien – verkaufte er online weiter und finanzierte so seine Kokain- und Alkohol-Sucht. Die Trennung von seiner Lebensgefährtin habe bei ihm regelmäßigen Drogenkonsum und schwere Depressionen ausgelöst. Seit diesen Vorkommnissen sei er aber auf dem Weg der Läuterung, versicherte der Eutiner. Er habe im August 2013 eine 16-wöchige Therapie abgeschlossen, sei weiterhin in ambulanter Behandlung, arbeite seit einem Monat in einem Call-Center und habe wieder regelmäßigen Kontakt zu seiner Familie und seiner achtjährigen Tochter.

Die Staatsanwältin forderte eine Haftstrafe von zwei Jahren und vier Monaten, weil die 18 Betrugsfälle in die letzte Bewährungszeit für eine sechsmonatige Haft gefallen war. Richter Otto Witt folgte mit seinem Urteil dem Plädoyer des Verteidigers: Dieser hielt eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren für ausreichend.

Die Strafe sei gerade noch vertretbar, sagte Witt. Das Gericht gebe dem Angeklagten noch eine Chance, sein Leben in Ordnung zu bringen. Eine Warnung gab der Richter dem Mann mit: „Wenn Sie es jetzt noch nicht begriffen haben und es kommt noch irgendeine kleine Straftat hinzu, dann sitzen Sie mehrere Jahre ab.“

zur Startseite

von
erstellt am 28.Mai.2014 | 15:34 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen