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3500 Euro für trauernde Kinder und Jugendliche

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

shz.de von
erstellt am 24.Feb.2016 | 13:02 Uhr

Die Eutiner Hospizinitiative ist eine von 15 Institutionen im Land, die in diesen Tagen mit Spendengeldern der RSH-Hörer bedacht wird: 3500 Euro übergab Friderike Nissen von der RSH-hilft-helfen-Stiftung gestern für die Trauerarbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Zwei Gruppen gibt es derzeit in Eutin. Kinder zwischen fünf und neun Jahren, sowie zwischen 10 und 14 Jahren werden professionell von den Trauerbegleiterinnen betreut – familiär und in den Räumen der Hospizinitiative in der Albert-Mahlstedt-Straße 20. „Wir freuen uns sehr, dass wir dieses Angebot wieder machen können“, sagt Marita Himmel, Koordinatorin für die Trauerarbeit mit Kindern und Jugendlichen. Die Räume in der onkologischen Tagesklinik haben das nicht hergegeben. Erst seit zwei Jahren, mit dem Umzug in die Albert-Mahlstedt-Straße, sei die Idee der Trauerarbeit mit Kindern wieder realisierbar gewesen. Mit den ersten Spenden wurden die Grundmaterialien für die Arbeit besorgt. Die RSH-Spende soll gezielt für ein Trauer-Wochenende mit Kindern und deren Angehörigen im Theodor-Schwarz-Haus am Brodtener Ufer eingesetzt werden.

Auch während der Gruppenarbeit mit den Kindern wird den Angehörigen eine Gesprächsrunde im Raum nebenan angeboten. „Bisher nutzen das noch die wenigsten, da in einer Gruppe drei Geschwisterkinder sind“, sagt Himmel.

Die Arbeit mit den Kindern laufe oft sehr spielerisch ab. „Es wird erzählt oder gemalt. Wir sprechen das Thema immer direkt an. Die Kinder haben ein Recht, die Wahrheit zu erfahren“, sagt Sabine Kayser, eine der Mitarbeiterinnen der Hospizinitiative speziell für die Kinder und Jugendlichen. „Mein Vater sagt, sie ist jetzt im Himmel, aber da seh’ ich sie gar nicht“, beschreibt Kayser Gedanken von Kindern, in deren Umfeld oft Umschreibungen für Sterben udn Tod verwandt werden. Beschönigende Formulierungen wie „er ist eingeschlafen“ oder „fortgegangen“ gebe es in der Gruppe der Hospizinitiative nicht. „Das schürt im Zweifel nur Ängste bei den Kindern beispielsweise vor dem eigenen Einschlafen. Das macht man sich als Erwachsener oft gar nicht bewusst“, sagt Martina Himmel. Lange sei das Thema Sterben und Tod ein Tabu gewesen. Doch Kinder können viel besser lernen, mit der Trauer umzugehen, wenn sie aktiv sein und teilhaben dürfen, so die Trauerbegleiterinnen. „Es gibt so viele Möglichkeiten: Wir haben schon die Urne zusammen angemalt, Kinder durften den Platz auf dem Friedhof mit aussuchen, können eine Schleife oder ein Blumengesteck für die Trauerfeier mitgestalten, etwas basteln oder einen Brief schreiben, der mit in den Sarg kommt. Und sie sind im Nachhinein alle stolz darauf, gefragt worden zu sein“, betont Kayser.

Kinder trauern anders. „Das ist wichtig zu wissen. Sie können von zu Tode betrübt bis Himmel hoch jauchzend in sehr kurzer Zeit wechseln. Auch müssen sie nicht ständig weinen. Das ist oft viel mehr ein Problem für das Umfeld“, beschreibt Himmel. Deshalb gehen die Trauerbegleiterinnen auch in Schulen und Kitas. „Die Kinder brauchen im Alltag das gewohnte Gerüst. Die Trauer ist meist Zuhause, da ist nichts mehr so, wie es vorher war“, sagt Kayser.


Noch sind Plätze in den Trauergruppen frei. Interessierte können sich über das Trauertelefon (04521/401882) beim Hospizverein melden.

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