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Kieler Museumsnacht : 35.000 kamen nachts ins Museum

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Veranstalter sind sehr zufrieden. Die meisten Besucher hatten die Fischhalle und die Kunsthalle.

Wer meint, Museen seien langweilig, der konnte sich Freitagabend zur 15. Museumsnacht in Kiel eines Besseren belehren lassen. Von 19 Uhr bis Mitternacht besuchten exakt 34 595 Menschen Museen und Kultureinrichtungen.

Vom Maschinenmuseum in der Wik über die Museen in der Innenstadt oder das Kieler Kloster bis hin zum Mediendom und Theatermuseum in Dietrichsdorf waren alle dabei. Egal ob Historik, Technik oder Kunst, für jeden gab es viel zu entdecken. Für die kleinen Besucher hatten sich viele Einrichtungen spezielle Aktionen einfallen lassen. So wie beispielsweise in der Howaldtschen Metallgießerei, wo Armin Leppert nicht nur die Besucher in die Geheimnisse der Gusstechnik einweihte, sondern Kinder auch ihr Sternzeichen oder kleine Figuren gießen konnten. Auch auf der Hansekogge, die am Schifffahrtsmuseum festgemacht hatte, kamen Kinder nicht zu kurz. Sie konnten an Bord zehn ‚Schiffsratten‘ suchen. „Das kam in den letzten Jahren immer gut an. Die Kinder lernen so das gesamte Schiff kennen und bekommen, wenn sie alle Ratten gefunden haben, etwas von unserem ‚Goldschatz‘“, sagte Ulrike Abels von der Kogge. Über das Gold in der Schatztruhe machte sich auch der neunjährige Josua aus Halle an der Saale her, der mit seinen Eltern Matthias und Cathleen Pisch sowie Bruder Noah (13) derzeit Urlaub in Schönhagen macht.

Erstmals nach dem jahrelangen Umbau war auch das Schifffahrtsmuseum wieder mit von der Partie und brechend voll. Neben Führungen durch die Ausstellung sowie etlichen anderen Aktionen sorgten Stelzenmann Harald Roos und Maxi Knopp als ‚Matjes und Smutje‘ mit ihrer interaktiven Freiluft-Varietéshow für die Unterhaltung der Besucher.

In der Landesbibliothek ging’s um wahre Kunst. Der Kieler Künstler Ulrich Behl gab Führungen durch seine derzeit dort laufende Ausstellung anlässlich seines 75. Geburtstag im September und zeigte gleichzeitig mit Aktionen, dass Kunst auch Spaß machen kann. Nils Warschau (9), der mit seinem Vater Tim Schwabedissen neben der Landesbibliothek noch das Schifffahrtsmuseum, den Warleberger Hof und die Kunsthalle auf dem Programm hatte, staunte nicht schlecht, wie Ulrich Behl mit einem graphitbedeckten Tischtennisball eine Zeichnung aufs Papier brachte, was auch die Besucher selbst probieren konnten. Entstanden ist diese Technik, mit der Behl schon erstaunliche Zeichnungen schuf, durch einen Wettbewerb, dessen Thema die Verbindung von Sport und Kunst war. Zu Museumsnächten hat Behl ein etwas gespaltenes Verhältnis. „Museumsnächte sind nicht zu vergleichen mit einer ruhigen, persönlichen, intimen Betrachtung der Kunst. Aber so, wie es gedacht ist, ist es eine tolle Sache. Die Leute, auch die, die sonst nicht ins Museum gehen, kommen, werden aufmerksam und viele finden Gefallen und kommen nach der Museumsnacht wieder“, so Behl, dem der Abend trotzdem sichtlich Spaß bereitete.

Und wer abseits etwas Ruhe tanken oder seinen Hunger und Durst nicht im Trubel der Museen stillen wollte, der konnte dies bei stimmungsvoller Beleuchtung durch unzählige Tütenlampen und in aller Ruhe an mehreren Orten tun, wie am Kieler Klosters oder im Schlossgarten.

 

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erstellt am 31.Aug.2014 | 18:42 Uhr

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