Eutin : 34 Jahre alte Flaschenpost: Autor in Süddeutschland gefunden

Nach 34 Jahren noch gut lesbar: die Flaschenpost.
Nach 34 Jahren noch gut lesbar: die Flaschenpost.

Jens-Uwe Kiel war 16 und Voß-Schüler, als er 1980 mit einer Clique umherzog und eine Flaschenpost in den Großen Eutiner See warf.

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13. Januar 2015, 04:00 Uhr

Eutin | Das Rätsel ist gelöst: Der Absender der 34 Jahre alten Flaschenpost, die am 4. Januar von der Fissauerin Michelle Neumann am Ufer des Großen Eutiner Sees gefunden wurde, heißt Jens-Uwe Kiel, ist 50 Jahre alt und lebt schon lange in Neckargemünd bei Heidelberg. „Es ist schon erstaunlich, wie viele alte Erinnerungen da wieder hochkommen“, sagte Kiel im Telefonat mit dem Ostholsteiner Anzeiger. Die Redaktion hatte von seinen in Eutin lebenden Eltern erfahren, dass der Sonderschulpädagoge möglicherweise der gesuchte Absender ist.

Um diese Flaschenpost geht es.

Seit 1985 lebt Jens-Uwe Kiel nicht mehr in Schleswig-Holstein. Von seinen Eltern in Eutin erfuhr er von einem OHA-Bericht über eine Flaschenpost, die er geschrieben hatte.
Foto: privat
Seit 1985 lebt Jens-Uwe Kiel nicht mehr in Schleswig-Holstein. Von seinen Eltern in Eutin erfuhr er von einem OHA-Bericht über eine Flaschenpost, die er geschrieben hatte.

Jens-Uwe Kiel war 1980, wie er feststellt, 16 Jahre alt, besuchte das Voß-Gymnasium und war viel mit einer Clique unterwegs: „Wir sind mit Fahrrad und Mofa umhergezogen, besonders häufig waren wir aber an der Amerika-Bucht.“

An die Flaschenpost und den Tag kann sich Uwe Kiel nicht erinnern, schon gar nicht an die Flasche selbst.„Wenn es eine Branntweinflasche war, müssen wir die dort gefunden haben, denn Schnaps haben wir damals noch nicht getrunken.“ Den Zweck der schwimmenden Botschaft ist dem Vater von zwei Kindern auch nicht mehr klar: „Vielleicht wollten wir noch Leute für unser Fete einladen?“

Zu zwei der im Brief genannten Freunde bestehe noch Kontakt: Einer lebt und arbeitet in Eutin. Ein anderer ist in Hamburg. Der sei mittlerweile auch über den Artikel im Ostholsteiner Anzeiger in Kenntnis gesetzt.

Uwe Kiel machte 1983 sein Abitur, begann danach eine Tischerlehre, bevor er 1985 der Liebe wegen nach Heidelberg zog. Es folgte ein Studium der Sonderschulpädagogik. „Ich bin seit seit 15 Jahren an einem großen Förderzentrum für Körperbehinderte hier in Neckergemünd tätig und lebe auch hier“, sagt Kiel. Aber mindestens einmal im Jahr besuche er seine Heimatstadt. „Und irgendwie zieht es mich auch immer wieder an die Amerika-Bucht, wenn ich dort bin. Der Ort ist schon etwas besonderes.“

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