Post aus der Vergangenheit : 34 Jahre alte Flaschenpost aus dem Eutiner See

Nach 34 Jahren noch gut lesbar: die Flaschenpost.
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Nach 34 Jahren noch gut lesbar: die Flaschenpost.

„Sonntag machen wir hier ne Fete“ – in einer 1980 abgeschickten Flaschenpost erzählt „Uwe“ von seinen Plänen. Michelle Neumann fand die Nachricht am Eutiner See.

shz.de von
06. Januar 2015, 13:34 Uhr

Post aus der Vergangenheit hat Michelle Neumann am Sonntag empfangen: Sie – besser eigentlich der Hund Sandy – fand am Ufer des Großen Eutiner Sees eine Flaschenpost. In einer Branntweinflasche lag ein Brief, der die Zeit seit dem 4. September 1980 überdauert hat und noch einwandfrei lesbar ist:

„Hallo Du! Na wie geht es Dir? Mir eigentlich ganz gut. Ich habe den Brief hier am 4.9.80 geschrieben. Wir sitzen hier in der America Bucht, Ulrike, Matthias, Arne Pe und ich (Uwe). Samstag machen wir hier ne Fete. Viele Grüße auch von den anderen. Uwe.“

Nach 34 Jahren noch gut lesbar: die Flaschenpost.
Nach 34 Jahren noch gut lesbar: die Flaschenpost.
 

Als diese Flaschenpost vermutlich in einer Schnapslaune – übrigens an einem Donnerstag – verfasst wurde, war Michelle Neumann noch nicht geboren. Aber die 22-Jährige aus Fissau ist optimistisch, dass Mitglieder der Party-Clique noch in Eutin leben und sich vielleicht an diesen Tag erinnern.

Weit kann die vor gut 34 Jahren in den See geworfene Flasche nicht gekommen sein: Der Hund fand sie im Schilf in der Amerika-Bucht, wie im Volksmund die Ecke westlich der Bebensund-Brücke genannt wird. „Sandy ist ein Finde-Hund. Sie ist immer am Suchen, und sie findet auch dauernd etwas“, erzählt Michelle Neumann.

Am Sonntag hatte der fünf Jahre alte Mischling, der mit einem belgischen Schäferhund und einem Jack-Russel-Terrier ein seltenes Elternpaar hat, die Flasche neben einem kleinen Ball entdeckt. „Den Ball fand der Hund viel interessanter.“

Möglicherweise hat die Flaschenpost über Jahrzehnte hinweg versteckt im Schilf gelegen und ist durch den hohen Wasserstand über die Weihnachtstage weiter Richtung Ufer verlagert worden.

Die Branntweinmarke der Flasche kannte Michelle Neumann nicht. Aber der Alkoholgeruch sei nach dem Öffnen der Flasche noch sehr intensiv gewesen: „Wahrscheinlich war der Brief gut konserviert.“

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