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304 Eutiner Objekte stehen in der neuen Denkmalliste

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

shz.de von
erstellt am 21.Jan.2016 | 13:53 Uhr

Von etwa 1500 Baudenkmalen in Ostholstein stehen 304 in Eutin. Angesichts dieser Dichte zählte die Rosenstadt zu den ersten Städten, in denen die Objekte nach den Kriterien des neuen Denkmalschutzgesetzes katalogisiert und neu bewertet wurden. Das Ergebnis präsentierten gestern Abend Mitarbeiter der Landesdenkmalbehörde mit Landeskonservator Dr. Michael Paarmann an der Spitze in einer öffentlichen Veranstaltung. Das Interesse war allerdings gering: Nur neun Bürger kamen in den Saal des Bauamtes. Dr. Paarmann erläuterte, dass sich Schleswig-Holstein mit dem 2014 verabschiedeten neuen Denkmalschutzgesetz dem System anderer Bundesländer angepasst habe. Wesentliche Neuerung: Es gebe keine Unterscheidung mehr zwischen Denkmalen von besonderer Bedeutung und einfachen Kulturdenkmalen, sondern nur noch eine Liste geschützter Denkmale. Die Einstufung dazu nehmen, wie es weiter hieß, Mitarbeiter der Behörde vor, nachdem sie sich die Häuser von außen angeschaut haben, ohne dass die Eigentümer darüber informiert werden. Das sei bewusst so, sagte Paarmann, anders wäre die Arbeit zeitlich nicht zu schaffen.

In Eutin habe es jeweils fast 200 Denkmale und Kulturdenkmale gegeben, in der neuen Liste stünden 304, sagte Diana Härtrich vom Landesamt. Etwa 100 schützenswerte Gebäude seien folglich in den vergangenen Jahren abgerissen oder so stark verändert worden, dass sie ihren Wert als Denkmal verloren hätten.

Zu den neuen Objekten gehöre – als jüngstes in Eutin – die Friedenskirche in Neudorf (1971-73) oder Wohnhäuser aus der Gründerzeit wie eine Villa von 1911 in der Bismarckstraße, außerdem alle Häuser rund um den Markt. Das Haus des Gastes hätte als Zeuge seiner Zeit durchaus eine Chance gehabt, sagte Paarmann auf Nachfrage, aber sein Charakter sei zu stark beeinträchtigt.

Von Bürgern wurde kritisiert, dass sie von der Denkmalpflege vor vollendete Tatsachen gestellt worden seien. Und eine Bürgerin äußerte Furcht, dass sich ihr Haus nicht mehr verkaufen lasse. Dazu sagte Paarmann, dass es Käufer gebe, die gezielt Denkmale suchten, zumal für diese Häuser auch steuerliche Vorteile genutzt werden könnten.

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