3000 Kilometer auf Donau gepaddelt

Die Paddler-Gruppe war mit Jürgen Skop und Helmut Mahnke mehrere Monate  auf der Donau zum Schwarzen Meer unterwegs.
1 von 7
Die Paddler-Gruppe war mit Jürgen Skop und Helmut Mahnke mehrere Monate auf der Donau zum Schwarzen Meer unterwegs.

Die begeisterten Paddler Jürgen Skop aus Timmdorf und Helmut Mahnke aus Eutin erfüllten sich einen sportlichen Traum

Avatar_shz von
15. Oktober 2011, 08:10 Uhr

Timmdorf | Für einen Paddler ist es das wohl größte Erlebnis in Europa: eine Tour auf der Donau von Ingolstadt bis ins 2500 Kilometer entfernte Schwarze Meer am Donau-Delta. Die paddelnden Freunde Jürgen Skop (75 Jahre) aus Timmdorf und Helmut Mahnke (72 Jahre) aus Eutin haben sich diesen Traum erfüllt - allerdings kamen beide erst im zweiten Anlauf nach mehrmonatiger Reise gemeinsam ans Ziel.

Der Elektromeister Jürgen Skop und der Lehrer Helmut Mahnke haben schon alle Flüsse in Deutschland gepaddelt, aber die Donau-Tour sollte die größte aller Touren werden. In Ingolstadt ließen sie sich mit ihren Paddelbooten in die Donau setzen. Sie paddelten nach der Deutschen Grenze durch Österreich, die Slovakai, Ungarn, Serbien, Bulgarien und Rumänien. Sie sahen Städte wie Wien, Budapest und Bratislava.

Drei Monate nahmen sich die begeisterten Paddler Zeit für ihr gemeinsames Abenteuer. "Der erste Anlauf startete bereits Ende Juni 2010", berichteten Jürgen Skop und Helmut Mahnke. Doch nach knapp 2000 Kilometern musste Jürgen Skop aufgeben. Ein schwerer Bandscheibenvorfall machte ihm zu schaffen. "Ich hatte schon kein Gefühl mehr in den Beinen, konnte kaum noch laufen und hatte große Schmerzen", schilderte Skop eine abenteuerliche Reise zurück in die Heimat.

In Kiel wurde Jürgen Skop sofort erfolgreich operiert. Helmut Mahnke indes machte weiter und kam paddelnd ans Ziel. In diesem Jahr starteten beide nun erneut und stiegen etwa 950 Kilometer vor dem Ziel in die Donau - etwa eine Woche Fahrt vor dem Ausstieg von Jürgen Skop vor einem Jahr. "Wir wollten auf jeden Fall noch einmal gemeinsam am Ziel ankommen", freute sich Jürgen Skop über die nette Geste von Helmut Mahnke. Fünf Wochen paddelten sie im Sommer gemeinsam bis zum Schwarzen Meer.

"Wir lebten dabei die meiste Zeit im Zelt außerhalb der Zivilisation", beschrieb Skop seine Reiseeindrücke. Gemeinsam mit Helmut Mahnke legte er alle Gewohnheiten ab. Die beiden Paddler führten ein ganz anderes Leben. Die Versorgung wurde von der Reiseorganisation übernommen. Und umso weiter sie ans Schwarze Meer und das Donau-Delta gelangten, desto spartanischer und einfacher wurde das Umfeld weit ab vom gewohnten Luxus. Von Duschen im Hotel, über Baumduschen bis hin zum Waschen in der Donau oder Toiletten im Hotel bis zum einfachen Loch im Boden.

Bei der ersten Tour war einer der anfänglich etwa 100 gestarteten Paddler im Bereich Ungarn/Kroatien verloren gegangen. "Es wurde eine große Suchaktion gestartet und seine Frau kam aus Deutschland mit dem Flugzeug angereist", erinnerte sich Jürgen Skop. Der Paddler war, wie sich später herausstellte, versehentlich am vereinbarten Ziel vorbei gepaddelt und hatte sich nicht - wie erforderlich - telefonisch beim Reiseleiter gemeldet. Deshalb die Suchaktion, aber auch der spätere Ausschluss des Teilnehmers. Skop: "Regeln müssen eingehalten werden."

Bei seinem zweiten Anlauf in diesem Jahr herrschte an einem Tag starker Wind. Dabei sei ein deutscher Teilnehmer gekentert und ertrunken. Jürgen Skop berichtete von Tagestouren über durchschnittlich 40 Kilometer auf der Donau: es waren Etappen zwischen 30 und 60 Kilometer dabei. "Ich würde die Tour jederzeit wieder machen", blickte Jürgen Skop zurück. Gemeinsam mit Helmut Mahnke habe er viel Folklore aber auch die absolute Armut in Bulgarien und Rumänien gesehen. Skop: "Dort musste die Gruppe sogar von der Polizei beschützt werden."

Wer Jürgen Skop und Helmut Mahnke kennt, der weiß, dass beide schon wieder die nächste Tour planen. Im nächsten Jahr soll es an die Loire gehen. Jürgen Skop spricht von einer "Belobigungstour" - mit viel schöner Landschaft, luxoriösen Herbergen, langsamer Fahrt und vielen Sehenswürdigkeiten. Skops Frau ist auch nicht böse, weil ihr Mann im vergangenen Jahr die Goldene Hochzeit auf der Donau verbrachte. Zum Ausgleich waren beide in diesem Jahr nach Masuren gefahren - natürlich zum paddeln.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen