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Museumstag in Schönwalde : 300 Radiergummis in allen Formen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Schülerin Nadine Schöming präsentierte ihr Sammlung / Dorfmuseum stolz auf ein Unikat aus Mexiko

„Sammeln verbindet“ lautete das Motto des Internationalen Museumstages am Sonntag, zu dem 14 Museen in Ostholstein und im Kreis Plön ihre Tore mit besonderen Aktionen öffneten. Eine außergewöhnliche Sammlung präsentierte das Dorfmuseum Schönwalde: Nadine Schöming stellte dort – erstmals öffentlich – ihre Radiergummi-Sammlung aus. Selbst die Oma sah die Auswahl aus den Sammlerstücken ihrer Enkelin an diesem Tag zum ersten Mal.

300 Radiergummis in den unterschiedlichsten Formen und Farben nennt die 14-jährige Neustädterin ihr Eigen. Einen Liebling hat sie nicht, zu verschieden sind die „Fehlerkiller“, die sie zusammengetragen hat.

Da sind die Standardformen, eckig und praktisch, mit einem aufwendigen Druck als Euro-Banknote oder zum Ausschieben im praktischen Spender. Viel zu schade, um sie jemals zu benutzen, sind drei faustgroße Nachbildungen von Nilpferd, Eisbär und Gorilla, letzter im auffälligem Neonpink gehalten.

Alle stehen bei der Schülerin normalerweise zu Hause im Regal. Nadines Mutter gibt zu, manches Mal staunend vor den zum Teil filigranen Sammlerstücken zu stehen. Abstauben muss sie die Tochter aber selbst.

Angefangen hat alles mit einem Satz bunter Herzen als Geburtstagsgeschenk. Erst kamen nur Herzen, dann alle anderen Formen hinzu. Eine Leidenschaft, die nur wenig Geld kostet. Die bunten Radiergummis kosten selten mehr als ein paar Euro und kommen dann oft gleich als ganzes Set daher. So auch die vielen bunten Miniaturen von Lebensmitteln, die zum Anbeißen verleiten.

Genau dies macht sie zu einer Rarität in der Sammlung, denn die Verwechselungsgefahr mit Süßigkeiten hat sie vom Markt verschwinden lassen. Bleibt abzuwarten, ob die „Ratzefummel“ dadurch an Wert gewinnen.

Neben Nadines Sammlung präsentierte das Dorfmuseum die von Birger Linke zusammengetragenen Mineralien und die Streichholzsammlung von Mirco Linke. Eine spontane Spende ans Museum waren Sammelfiguren aus Margarinepackungen der 1950er Jahre – sozusagen die Vorgänger der Figuren aus dem Überraschungseiern.

Stolz präsentierte der Vorsitzende des Fördervereines, Hans-Joachim Michaelsen ein 14 Kilo schweres Buch, das die Pächter der 18 „Fidei Commisgüter“ aus dem Besitz der Herzöge von Oldenburg 1905 dem Geheimrat Petersen zu dessen Ausscheiden aus dem herzöglichen Dienst schenkten. Zu jedem der Güter findet sich auf einer Doppelseite ein Foto des Anwesens und dessen Pächters. Das Gut Mönchneversdorf existiert seit den 1930er Jahren nicht mehr.

Obwohl das Buch eng mit der Region verbunden ist, fand es seinen Weg ins Dorfmuseum über Mexiko, berichtete Michaelsen. Die Erben des Geheimrates, der 1909 verstorben war, hatten das mit Metall beschlagene Buch mit nach Übersee genommen. Dann gelangte es per Post an einen Verwandten in Lübeck, der sich wiederum an das Dorfmuseum Schönwalde als möglichen Empfänger erinnerte.

So genau man über dieses Sammelstück informiert ist, so wenig vermag man in Schönwalde über ein Gerät zu sagen, das nicht ganz vollständig erhalten ist. In der Hoffnung, ein Besucher könne es identifizieren, war es Teil eines Quiz’, in dem Dinge wie ein „Grundhobel“, eine „Zuckerzange“ oder eine „Knopflochschere“ zu benennen waren. Es gab viele Spekulationen über Sinn und Zweck, aber niemand wusste verlässlich zu sagen, welcher Handwerker damit einst gearbeitet hat.

 

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erstellt am 19.Mai.2014 | 10:48 Uhr

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