Modellprojekt : 300. Bürgerarbeiter in Ostholstein

Sven Reiner (vorne) ist der 300. Bürgerarbeiter und wird als Naturpark-Ranger gemeinsam mit Thomas Evers (v.l.), Helmut Harloff, Axel Pieper, Thomas Pieper und Jürgen Stober auf der Schwentine unterwegs sein. Foto: Claudia Resthöft
Sven Reiner (vorne) ist der 300. Bürgerarbeiter und wird als Naturpark-Ranger gemeinsam mit Thomas Evers (v.l.), Helmut Harloff, Axel Pieper, Thomas Pieper und Jürgen Stober auf der Schwentine unterwegs sein. Foto: Claudia Resthöft

Das Modellprojekt mit Bundes- und EU-Mitteln soll Langzeitarbeitslose wieder auf den ersten Arbeitsmarkt führen.

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15. März 2012, 12:20 Uhr

Timmdorf | Eigentlich ist Sven Reiner Einzelhandelskaufmann. Aber seit seiner Kindheit habe er einen engen Bezug zur Natur gehabt, schildert er. Das ist auch gut so, denn der 39-Jährige aus Braak ist seit Anfang März einer von insgesamt sechs "Naturpark-Rangern". Gleichzeitig ist der Braaker auch der 300. Bürgerarbeiter im Kreis Ostholstein.

Seit 2010 gibt es das Modellprojekt "Bürgerarbeit", bei dem Langzeitarbeitslose bei gemeinnützigen Trägern oder öffentlichen Einrichtungen einen Arbeitsplatz bekommen. Finanziert wird das Projekt aus Mitteln des Bundes und des Europäischen Sozialfonds, alleine in diesem Jahr fließen 4,3 Millionen Euro nach Ostholstein. Ziel ist, den Arbeitslosen, die aus verschiedenen Gründen Vermittlungsprobleme haben, einen Weg in den so genannten ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen. "Die Bürgerarbeiter stehen an der Schwelle vom zweiten zum ersten Arbeitsmarkt", erklärt Karsten Marzian, Geschäftsführer des Jobcenters Ostholstein. Bis zu drei Jahre lang können die Bürgerarbeiter so sozialversicherungspflichtig beschäftigt werden. Sie leisten dabei 20 oder 30 Wochenarbeitsstunden und bekommen dafür 600 oder 900 Euro Bruttogehalt, zusätzlich 120 beziehungsweise 180 Euro Zuschuss zur Sozialversicherung.
Bis Mai sollen 347 Stelle besetzt werden

Ursprünglich waren für das bis 2014 dauernde Modellprojekt nur 263 Bürgerarbeitsplätze geplant. Doch dann sei das Interesse von karitativen Einrichtungen, Kommunen oder Vereinen so groß gewesen, dass zusätzliche Stellen geschaffen wurden, so Marzian. Bis Mai sollen insgesamt 347 Bürgerarbeitsplätze besetzt werden. Das sind dann laut Marzian 40 Prozent aller in Schleswig-Holstein zur Verfügung stehenden Bürgerarbeitsplätze.

Alleine 163 Bürgerarbeits plätze bietet die Beschäftigung und Qualifizierung Ostholstein (BQOH) an, sie ist auch Träger der "Naturpark-Ranger". Aber auch im BQOH-Sozialkaufhaus kommen Bürgerarbeiter zum Einsatz. Das aber solle für die dort beschäftigten kein Stillstand sein, wie Bernd Heinemann, Geschäftsführer der BQOH, betont. "Der erste Arbeitsmarkt wird auch während der Beschäftigung bei uns angestrebt".

Das gilt natürlich auch für Sven Reiner, der zuvor bereits ein halbes Jahr bei der Malenter Kleinbahn arbeitete. Jetzt aber freue er sich auf die Arbeit bei den Naturpark-Rangern. Zunächst für ein Jahr wird er mit seinen Kollegen im Naturpark Holsteinische Schweiz zwischen Schönwalde und Bad Segeberg Wasserwanderer auf der Schwentine über die Besonderheiten der Umgebung hinweisen, sie über Rast- und Übernachtungsplätze informieren und die Biotope pflegen.

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