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Ostholsteiner Anzeiger

18. Dezember 2017 | 10:21 Uhr

2700 Euro Strafe für Schlag auf die Nase

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Eutiner Amtsgericht verurteilt wortkargen Steinsetzer wegen Körperverletzung

shz.de von
erstellt am 23.Jan.2014 | 00:34 Uhr

Ein viel kürzeres Geständnis ist kaum möglich: „Ja, ich hab’s getan, und mehr sag ich dazu nicht.“ Mit diesen brüsken Worten reagierte ein 34-jähriger Eutiner vor dem Amtsgericht auf die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft. Der wortkarge Steinsetzer musste sich verantworten, weil er am Himmelfahrtstag des vergangenen Jahres einem 28-Jährigen mit der Faust ins Gesicht geschlagen hatte. Dafür verurteilte ihn das Gericht zu 2700 Euro Geldstrafe.

Das Opfer des Angriffs,
ein 28-jähriger Softwareentwickler aus Hamburg, schilderte den Vorfall, der sich an der Bebensundbrücke im Eutiner Seepark ereignete, dafür umso ausführlicher. Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung stand der mit Bierdosen gefüllte Bollerwagen des Angeklagten. Da er scheinbar herrenlos herumstand, interessierte sich der Hamburger, der mit ein paar Freunden den Vatertag feierte, für das Gefährt. Das bekam der Angeklagte mit: „Er hat behauptet, ich hätte seinen Bollerwagen gestohlen, das habe ich bestritten“, schilderte der Hamburger, wie die Situation gegen 16.45 Uhr eskalierte. „Ich bekam zwei Schläge – auf die Nase und die Lippe“, berichtete der Zeuge weiter. Zu diesem Zeitpunkt habe er selbst bereits fünf große Bier intus
gehabt: „Ich habe mich nicht betrunken gefühlt, aber
meine Reaktionsfähigkeit scheint beeinträchtigt gewesen zu sein.“ Kräftiges Nasenbluten sei die Folge der Schläge gewesen. Trotz der Blessuren ließ sich der Hamburger nicht den Tag verderben. Er feierte mit seinen Freunden weiter.

In den Angeklagten kam nach dieser Schilderung plötzlich Leben: „Jetzt weiß ich auch, worum es geht“, gab er überraschend zu Protokoll. Es habe sich um ein Missverständnis gehandelt, erklärte er weiter. Er habe gedacht, der Bollerwagen sei „entführt“ worden. „Deswegen habe ich überreagiert, ihm eine reingehauen, das tut mir leid.“

Seine Aggression führte der Eutiner auf den Alkohol zurück. „Wenn ich Alkohol getrunken habe, bin ich halt ziemlich reizbar.“ Eine Blutprobe zweieinhalb Stunden nach dem Vorfall wies noch einen Wert von 1,57 Promille auf, außerdem wurde Cannabiskonsum nachgewiesen. Es ist nicht das erste Mal, dass der Angeklagte unter Alkoholeinfluss zuschlug. Bereits im Dezember 2011 kassierte er vor dem Eutiner Amtsgericht eine Geldstrafe von 1400 Euro wegen Körperverletzung.

Weil es bereits die zweite Körperverletzung ist, fiel die Strafe, die Amtsrichterin Katrin Leinen verhängte, deutlich höher aus. Mit 90 Tagessätzen à 30 Euro blieb sie allerdings unter der magischen Grenze. Erst darüber tauchen die Strafen auch im Führungszeugnis auf. Zum Schluss gab sich der Angeklagte wieder kurz angebunden: „Ich nehme die Strafe an und is’ gut.“

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