250 Jäger bei Versammlung

Tod im Weidezaun: Vorsitzender Georg Deutz (Mitte) mit Stellvertreter Jürgen Schlüter (l.) und Hannes Wandhoff (Hegering Malente) zeigen Geweihe verendeter Damhirsche, die sich mit Weidelitze stranguliert haben.
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Tod im Weidezaun: Vorsitzender Georg Deutz (Mitte) mit Stellvertreter Jürgen Schlüter (l.) und Hannes Wandhoff (Hegering Malente) zeigen Geweihe verendeter Damhirsche, die sich mit Weidelitze stranguliert haben.

Afrikanische Schweinepest und verhängnisvolle Zäune beschäftigen Waidmänner

shz.de von
16. April 2018, 00:39 Uhr

„So viele hochrangige Amtsträger des Kreises sind selten auf einer Veranstaltung anzutreffen!“ Mit diesen Worten umriss die Stellvertretende Kreistagsvorsitzende Bärbel Seehusen die Bedeutung der Jägerschaft in der Region in ihrem Grußwort zur Jahreshauptversammlung der Kreisjägerschaft Eutin. Rund 250 Jägerinnen und Jäger nebst Gästen hatten sich am Freitag in der Ahrensböker Gildehalle dazu eingefunden.

Neben Formalien wie der Entlastung des Schatzmeisters und des Vorstands sowie der Ernennung von Olaf Klüver zum neuen Kassenprüfer beherrschten vor allem zwei Themen die Veranstaltung: Die Selbstdarstellung der Jägerschaft als Naturschützer, die sich einer intakten Natur verpflichtet fühlen und die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest.

Für den Tierschutz gebe es große Anstrengungen, wie beispielsweise die Anschaffung einer Drohne mit Wärmebildkamera, um Rehkitze vor der Ernte noch besser in den Feldern entdecken zu können, führte der Vorsitzende Georg Deutz in seinem Vortrag aus. Kritisiert wird wurde allerdings die Verwendung von Litze zur Eingrenzung von Weiden – diese Litze führt oft dazu, dass sich besonders Damhirsche mit dem Geweih darin verfangen und qualvoll verenden. Die Jäger sehen hier besonders Pferdehalter in der Pflicht: „Wenn die Litze straff gespannt ist und nach der Beweidung entfernt wird, ist das kein Problem“, führt der Stellvertretende Vorsitzende Jürgen Schlüter aus, „aber zu oft wird deren Zustand keine Beachtung geschenkt.“ Zur Veranschaulichung zeigten die Jäger zwei Damhirschgeweihe von verendeten Tieren, die noch mit der todbringenden Litze umwickelt waren.

Begrüßt wurde die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) durch intensive Schwarzwildbejagung – entsprechende Gesetzesänderungen, nach der das ganzjährig möglich ist, seien die richtige Maßnahme. Betont wurde aber, dass der Elterntierschutz nach wie vor gelte. Eine Bache mit Jungtieren zu schießen sei unwaidmännisch, kein verantwortungsvoller Jäger tue so etwas, hieß es.

Erfreut wurde im Kreisverband das wachsende Interesse des Nachwuchses an der Jägerei vermerkt – derzeit werden 51 Bewerber gezählt.



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