Plön : 25 Jahre Gleichstellung im Kreis Plön

Strahlende Gesichter zum Jubiläum bei Maren Mecke-Matthiesen (von links), Stephanie Ladwig, Sonja Reese-Brauers und Peter Sönnichsen.  Foto: Kerstin Ahrens
Strahlende Gesichter zum Jubiläum bei Maren Mecke-Matthiesen (von links), Stephanie Ladwig, Sonja Reese-Brauers und Peter Sönnichsen. Foto: Kerstin Ahrens

Gestern war der Internationale Frauentag. Grund genug, im Kreis Plön die Einstellung der ersten Frauenbeauftragten vor 25 Jahren zu feiern.

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09. März 2012, 12:14 Uhr

Plön | Heute sind Gleichstellungsbeauftragte in der Gesellschaft eine Selbstverständlichkeit. Vor 25 Jahren gestaltete sich diese Aufgabe wesentlich schwieriger. In einer Feierstunde zum 25-jährigen Jubiläum erinnerten Akteure von damals und heute an die Entwicklung um die Gleichberechtigung der Frauen.

Maren Mecke-Matthiesen wurde 1987 als erste "Frauenbeauftragte" in der kommunalen Stelle für Frauenfragen eingestellt. "Wir hatten aber keine Ahnung, was sie zu tun hat", gestand der damalige Landrat Dr. Wolf-Rüdiger von Bismarck. Erst Nachfragen bei der Polizei nach Vorfällen häuslicher Gewalt an Frauen brachten erste Erkenntnisse von Arbeitsansätzen.
"Anfangs war es schwierig"

"Anfangs war es schwierig. Ich habe klar machen müssen, wofür ich da war", sagte Mecke-Matthiesen. Heute seien 50 Prozent der Studienanfänger weiblich. Doch mit einem Wunsch auf Nachwuchs beginnen die Probleme Kinder und Karriere unter einen Hut zu bekommen. Bei den unter Dreijährigen fehlten noch Betreuungsplätze, vor allem aber für Schulkinder.

Plöns erste Landrätin, Stephanie Ladwig, stimmte zu: "Wenn es um die fachliche Qualität von Frauen gehen würde, wären sie weit vorn." Das Bewusstsein habe sich in den Jahren aber positiv verändert. Die Frauenquote beim Kreis mit 450 Mitarbeitern liege bei 55 Prozent, der Führungsanteil bei 35 Prozent. Im Kreistag seien mit 18 von 55 Mitgliedern rund ein Drittel Frauen vertreten.
"Ich fühlte mich wie ein Exot"

Annette Zigelski, Leiterin des Hauptamtes, war in Sachen Führungskraft in Teilzeit beim Kreis Vorreiterin. "Ich fühlte mich wie ein Exot", erzählte sie, als sie nach der Geburt ihres ersten Kindes Ausbildungsleiterin und später - mit einem zweiten Kind - Leiterin der Personalabteilung und Stellvertreterin im Hauptamt wurde. "Teilzeit und Führung geht. Man muss es nur organisieren", weiß sie aus langjähriger Erfahrung. Zwischenzeitlich gibt es 140 Arbeitszeit-Varianten beim Kreis, die auch von Männern genutzt werden.

"Der fundamental wichtigste Aspekt der Arbeit ist das Netzwerken", sagte Sonja Reese-Brauers, die sich seit September 1992 für die Belange von Frauen und Männern im Kreis Plön einsetzt. 1984 habe es bundesweit fünf hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte gegeben. Zwei Jahre später seien es schon 54 gewesen, und heute sind es 1800.

"Es ist ein gesellschaftspolitisches Thema, das weiter aktuell und eine unendliche Geschichte ist", erhielt Ursula Kähler, Mitglied des Kreis- und Landtages, Kopfnickende Zustimmung. "Es gibt noch viel zu tun, und der Kreis Plön ist auf einem guten Weg", bestätigte Kreispräsident Peter Sönnichsen. Für eine stimmungsvolle Auflockerung sorgte Gabriele Pahms, alias "Frau Pamms", die als "Reinigungskraft" die Feierstunde zeitweilig moderierte.

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