21-Jähriger brachte Falschgeld in Umlauf

Angeklagter präsentierte Amtsgericht in Plön eine abenteuerliche Geschichte

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16. Januar 2015, 13:17 Uhr

Zu 35 Stunden gemeinnütziger Arbeit ist ein 21-jähriger aktuell Arbeitssuchender vor dem Amtsgericht Plön verurteilt worden. Amtsgerichtsdirektor Dr. Karl Janßen sprach den Lütjenburger schuldig, im Bereich Kiel und Lütjenburg bedingt vorsätzlich Falschgeld in Umlauf gebracht zu haben. Janßen kritisierte vor allem Aussagen des Angeklagten, die an mehreren Stellen nach und nach angepasst erschienen.

Der Tatzeitraum liegt bereits eineinhalb Jahre zurück. Im Juni und Juli 2013, so der Vorwurf, brachte Ali T. gleich sieben Mal im Raum Lütjenburg Falschgeld in Umlauf – an Tankstellen, im Supermarkt oder der Bäckerei. Selbst bei einem Autokauf hatte er zehn 20 Euro-Scheine eingemischt. Der Käufer aus Kiel wollte den Kaufpreis auf sein Bankkonto einzahlen. Die Bank identifizierte diese zehn Scheine als Falschgeld und der Betrug flog auf.

Es war eine abenteuerliche Geschichte, die Ali T. dem Amtsrichter und dem Staatsanwalt auftischte. Dabei bestritt er den Tatvorwurf nicht. Er wollte das Falschgeld beim Kauf eines Ladegerätes auf einem Basar in München als Wechselgeld auf einen 500-Euro-Schein erhalten haben. Dort wollte er einen Gebrauchtwagen kaufen. Der Münchener Verkäufer machte Ali T. auf das Falschgeld aufmerksam. Ali dachte an einen Verkaufstrick, der Autokauf kam nicht zustande und er fuhr enttäuscht mit dem Zug und dem Falschgeld nach Hause.

Er könnte weiteres Falschgeld aber auch vom Besuch seines Onkels in Norwegen nach Deutschland mitgebracht haben. Ali T. gab an, in Norwegen verdientes Geld in einer arabischen Wechselstube in Oslo und auf dem Schiff in Euro umgetauscht zu haben. Auch dabei hätte man ihm Falschgeld auszahlen können. Wenig später aber verstrickte sich Ali, er sei aus Norwegen zurückgekehrt, weil es dort kein Geld zu verdienen gebe.

Offiziell aufgeflogen war das Falschgeld bei einer Einzahlung bei der Commerzbank in Kiel. Jessim S. hatte ein Auto von Ali T. gekauft, das zum Teil mit Blüten bezahlt wurde. „Es ist nun mal viel Falschgeld im Umlauf, das kann ihnen auch passieren“, sagte Ali T. dem Amtsrichter. Die Vorhaltungen des Staatsanwaltes, die Geschichte in München sei erfunden, konterte der Angeklagte keck: „Das hätte ich dann ganz anders gemacht.“

Ali T. ist bereits mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten. Eine gefährliche Körperverletzung und das Fahren ohne Fahrerlaubnis sind in seinem Führungszeugnis vermerkt. Während der Staatsanwalt 60 Stunden Arbeitsauflage als Strafe für angemessen hielt, plädierte der Verteidiger auf Freispruch. Ein Jugendgerichtshelfer hielt eine Strafe von 35 Arbeitsstunden für Ali T., der gelegentlich bei der Post oder in der Gastronomie arbeitet, für angemessen. Das Urteil wurde noch nicht angenommen.  

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