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Ostholsteiner Anzeiger

22. Oktober 2017 | 21:23 Uhr

2014 Schicksalsjahr für ländliche Räume

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Mehr Geld denn je: Minister Habeck ruft zur strategischen Weichenstellung auf

von
erstellt am 03.Jan.2014 | 00:34 Uhr

Die Küstenkoalition will das neue Jahr zum „Jahr der ländlichen Räume“ machen. „Wir haben eine strategische Weichenstellung vor uns“, sagte Vize-Ministerpräsident Robert Habeck unserer Zeitung. „Schleswig-Holstein muss Antworten geben, wie sich Lebensqualität und Wohlstand auf den Dörfern sichern oder wiederherstellen lassen“, unterstreicht der Grünen-Politiker, der neben Energiewende, Umwelt und Landwirtschaft auch für die ländliche Entwicklung zuständig ist. Die Herausforderungen für den ländlichen Raum nennt Habeck angesichts des demografischen Wandels „titanisch“.

Als Initialzündung für die Aufbruchstimmung nimmt der Minister einen unverhofften Geldsegen aus Brüssel: Schleswig-Holstein kann von 2015 bis 2021 mehr Geld denn je für den ländlichen Raum einsetzen. Die Summe steigt im Vergleich zur vorherigen siebenjährigen Förderperiode von 300 auf 420 Millionen Euro. „Damit können wir erstmals in einer erklecklichen Dimension Schwerpunkte setzen, die über die klassische Landwirtschafts- und Naturschutzpolitik hinausgeht“, kündigt Habeck an.

Einen besonderen Akzent werde die Landesregierung auf das Thema Bildung legen. Aber auch Breitbandausbau, Gesundheitsvorsorge, regionale Wertschöpfung durch Direktvermarktung und oder Tourismus sollten einen höheren Stellenwert erhalten.

Reformbedarf sieht Habeck bei der Arbeit der 21 Aktivregionen in Schleswig-Holstein. An sie wird das meiste Geld aus den Töpfen zur Förderung des ländlichen Raumes weitergereicht. „Auch die Kommunen und mit ihnen die Aktivregionen sind aufgefordert, noch einmal zu schauen, ob alles, was sie bisher gemacht haben, so richtig ist“, sagt Habeck. Manche Projekte der Aktivregionen verlieren sich nach Ansicht des Ministers zu sehr in Einzelmaßnahmen.

Vom Diskurs über die Gestaltung des ländlichen Raums erhofft sich Habeck auch Impulse für mehr Zusammenhalt. „Wir haben zu lange um den heißen Brei herumgeredet. Wir brauchen keine Wohlfühlveranstaltungen, sondern solche, bei denen man sich ins Gesicht sagt, was man will und was nicht.“ Seite 14/Komm. S 17

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