2011 keine animierten Führungen

Schloss-Stiftung kann nicht die nötigen Mittel auftreiben / Nun sollen mit Hilfe der Stadt zumindest andere Maßnahmen umgesetzt werden

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20. Mai 2011, 08:22 Uhr

Eutin | Die animierten Führungen, die das Schloss Eutin attraktiver machen sollten, wird es nicht geben. Zumindest nicht mehr in diesem Jahr. "Wir haben unser Klassenziel nicht erreicht", teilte Museumsleiterin Dr. Juliane Moser am Mittwoch den Mitgliedern des Kultur- und Tourismusausschusses mit.

Insgesamt sollten die Attraktivierungsmaßnahmen rund 150 000 Euro kosten, führte Moser aus. Doch außer den 44 000 Euro der Stadt und eventuellen 20 000 Euro aus der Aktivregion konnten keine weiteren Mittel eingeworben werden. Zwar seien verschiedene Stiftungen angesprochen worden. Allerdings liegt der Schwerpunkt vieler dieser Stiftungen, laut Moser, derzeit auf dem Aspekt der "nachhaltigen Bildung". Ein Punkt, der in der Satzung des Schlosses nicht vorkomme. Damit das Schloss aber auch weiterhin förderungswürdig ist, soll der Bildungs-Aspekt bald in die Satzung aufgenommen werden.

Aber auch, wenn es die animierten Führungen noch nicht geben wird, wollte Moser mit dem Geld der Stadt einige Punkte aus dem Attraktivierungskonzept umsetzen. Doch da sahen die Ausschussmitglieder ein Problem: Die Unterstützung der Stadt ist projektgebunden - nämlich für die Führungen. Dürfen die Mittel bei deren Wegfall trotzdem für Werbemittel, eine Gästebefragung oder die geplanten Schloss erlebnistage verwendet werden?

"Wir sind uns alle einig, dass wir dem Schloss helfen wollen", sagte Monika Obieray (Grüne). Aber in den nun vorgestellten Plänen seien auch Dinge enthalten, die regelmäßig wiederholt und, wie eine geplante neue Homepage, gepflegt werden müssten. Die Förderung der Stadt sei jedoch einmalig. Auch Riad El-Lawn (CDU) verursachten einige der Punkte Unbehagen: "Dinge, die Teile des normalen Geschäftsbetriebes des Schlosses sind, gehören nicht zum Projekt."

Diese Argumentation nannte Museumsleiterin Dr. Juliane Moser nicht nachvollziehbar. "Wenn es kein Projekt ist, ein Marketingkonzept zu machen, dann weiß ich auch nicht." Außerdem fehle ihr langsam das Verständnis dafür, wie im Ausschuss mit dem größten Tourismusmagneten der Stadt, dem Schloss, umgegangen werde.

Einen Unterstützer fand Moser allerdings im Ausschussvorsitzenden Wolfgang Baier (CDU): "Wir dürfen das Ziel, die Besucherzahlen zu steigern, nicht aus den Augen verlieren." Und im Prinzip bleibe es ja bei einer Projektförderung, wenn auch einer angepassten.

Bis zur nächsten Ausschusssitzung soll nun in den Fraktionen darüber beraten werden, welche der vorgestellten Teile nach einer Aufhebung der Projektgebundenheit sofort beschlossen werden könnten.

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