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Ostholsteiner Anzeiger

12. Dezember 2017 | 11:37 Uhr

Jubiläum : 20 Jahre für die Gemeinde Bösdorf

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Bösdorfs Bürgermeister Joachim Schmidt blickt zurück aber auch nach vorn: in vier Jahren ist Schluss mit der „Bürgermeisterei“

von
erstellt am 24.Mai.2014 | 05:29 Uhr

Joachim Schmidt sitzt gelassen in seinem bequemen Sessel in der guten Stube des schmucken Einfamilienhauses in Kleinmeinsdorf. Er blickt zufrieden auf seine 20-jährige Tätigkeit als Bürgermeister der Gemeinde Bösdorf zurück. Doch der 69-Jährige hat auch Sorgen: Es geht um die Zukunft der Gemeinde, die schon sein Großvater Julius und sein Vater Wilhelm in kommunaler Verantwortung entscheidend mitgeprägt haben.

Joachim Schmidt wusste genau, auf was er sich am 24. April 1994 mit der Verdeidigung zum Bürgermeister aufbürdete. Sein Vater Wilhelm war selbst von 1948 bis 1962 Bösdorfer Bürgermeister. Als Kind lernte Joachim Schmidt so schon Aufgaben und Leben eines Bürgermeisters am Beispiel seines Vaters sehr gut kennen: „Ich bin eben so groß geworden.“ Joachim Schmidt lernte beim späteren Landwirtschaftsminsiter Günther Flessner nach seinem Realschulabschluss Landwirt und kam dann zu den Eutiner Aufklärern. „Ein wertvolle Zeit für mich“, erinnert sich Joachim Schmidt. Vater Wilhelm war einst Mitbegründer der CDU im Kreis Plön nach dem Krieg, der Joachim Schmidt seit 44 Jahren angehört. Aber auch Parteipolitik macht er sich nichts.

Auch schon Schmidts Großvater Julius war kommunalpolitisch sehr engagiert und letzter Amtsvorsteher des Amtes aus den Gemeinden Bösdorf, Kleinmeinsdorf und Pfingstberg. „Es gab damals sogar eine eigene Verwaltung im Bösdorfer Vierlindenhof mit Hans Dose als Hauptsekretär“, erinnert sich Joachim Schmidt. Ob diese Familientradition fortgesetzt wird, scheint ungewiss. Die Söhne von Joachim und Lotte Schmidt, Hauke und Sönke, wohnen zwar in Kleinmeinsdorf, stehen aber selbst mitten und fest im Berufsleben. „Vielleicht entwickeln irgendwann unsere Enkel Julius (3 Jahre) oder Finn Ove (1 Jahr) Interesse“, schmunzelt Opa Joachim Schmidt.

Rückblickend auf 20 Jahre Bürgermeister nennt er sofort die Ausgliederung aus dem Amt Großer Plöner See als das wichtigste Ereignis seiner Amtszeit. Aber auch der Bau des 1,2 Millionen Euro teuren Feuerwehrhauses und der Kanalisation für damals 7,5 Millionen DM sowie das Vorhalten des qualitativ hochwertigen Kindergartens in Oberkleveez seien wichtige Meilensteine. „Junge Familien, die in die Gemeinde ziehen wollen, fragen zuerst nach einem Kindergarten“, weiß er. Aktuell überlegt die Gemeinde den Verkauf des Abwassernetzes zur Sanierung des Haushaltes. Jetzt müssten Einnahmen generiert werden, um Vorhaben der Gemeinde zu finanzieren.

„Doch es gibt im Leben eines Land-Bürgermeisters auch persönliche und menschliche Enttäuschungen“, weiß Joachim Schmidt. Er schätzt den großen Rückhalt seiner Familie. Es gebe aber auch viele Menschen, von denen er sehr profitiert habe: die ehemaligen Büroleiter Hans Schoedter (Amt Plön-Land) und Heinz Langfeldt (Stadt Plön) sowie die Alt-Bürgermeister Joachim Herrmann (Bosau), Uwe Jes Hansen und Ulf Demmin (Plön). Aber auch der Rat der aktuellen Bürgermeister Jens Paustian (Plön), Michael Koch (Malente) und Klaus-Dieter Schulz (Eutin) sowie Landrätin Stephanie Ladwig, Dr. Yvonne-Maria Wiegner und Angela Saggau von der Kommunalaufsicht sei ihm sehr wichtig.

Mit dem Aufhören allerdings ist es so eine Sache bei Joachim Schmidt: er würde gern, findet aber keinen Nachfolger. Seit 2009 versucht er auch als Hegeringleiter einen Nachfolger zu finden. Fehlanzeige. „Ich möchte nicht mein eigenes Opfer werden“, ist Joachim Schmidt fest entschlossen, den Vorsitz im Hegering in einem Jahr abzugeben. „In vier Jahren bin ich 73 Jahre, dann ist definitiv auch als Bürgermeister Schluss“, weiß Joachim Schmidt. Seit 2009 schon sucht er einen Nachfolger. Bis zur nächsten Kommunalwahl will er gemeinsam mit der Gemeindevertretung den gemeindlichen Haushalt sanieren – mit dem Ziel, seinem Nachfolger ein bestelltes Haus zu übergeben.

Joachim Schmidt ist ein Bürgermeister, der die Arbeit und damit auch die Verantwortung gern auf mehreren Schultern verteilt. „Ich wünsche mit aber auch mehr Mitarbeit“, sagte er und stellte die Frage, ob die Bösdorfer Gemeindevertretung überhaupt noch Fraktionen von Parteien brauche oder nicht doch lieber eine gemeinsame Liste von Menschen, die etwas für die Gemeinde erreichen wollen. „Die Gemeindevertretung ist nämlich gar kein politisches Organ“, weiß Bösdorfs Bürgermeister. Ein interessanter Ansatz.

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