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Eutin : 19-Jähriger zückt nach Schlägerei Pistole – Geldstrafe

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Das Eutiner Amtsgericht hat einen jungen Eutiner zu 700 Euro Geldstrafe verurteilt, weil er damit gedroht hatte, seinen Kontrahenten zu erschießen.

shz.de von
erstellt am 12.Nov.2015 | 06:00 Uhr

Eutin | Auslöser war eine Kneippenschlägerei, doch diese blieb ohne größere Folgen. Erst, was danach passierte, brachte einem 19-jährigen Eutiner gestern vor dem Eutiner Amtsgericht nun eine saftige Geldbuße ein.

Der Lehrling war Mitte Mai, an einem Samstagabend, in einer Eutiner Gaststätte mit einem 24-Jährigen aneinander geraten. Mit zerrissenem T-Shirt und Nasenbluten machte er sich nach einer kurzen Rangelei auf den Nachhauseweg. Doch eine Dreiviertelstunde später tauchte er vor Laden wieder auf, erinnerte sich eine 17-jährige Bekannte des Angeklagten. „Er hatte eine Pistole in der Hand, hat sie durchgeladen“, berichtete die Zeugin.

Mit den Worten „Zeig mir, wer das war, der kriegt von mir ’ne Kugel in den Kopf“ habe er dann angekündigt, sich für die erlittenen Blessuren zu rächen. Ob es sich um eine scharfe Waffe handelte, ließ sich vor Gericht nicht mehr klären.

Der Angeklagte erinnerte sich ganz anders an den Abend. Zunächst bestritt er, dass er seinem Kontrahenten eine Bierflasche über den Kopf gezogen habe. Vielmehr sei er angegriffen worden, als er sich mit einem Freund unterhalten habe: „Von links habe ich nur gehört ,Du Hurensohn‘, dann habe ich was ins Gesicht bekommen – eine Faust oder eine Flasche“. Nach dem zweiten Schlag sei er dann umgefallen und an ganz anderer Stelle in dem Billard-Café wieder aufgewacht. Anschließend sei er raus und später nach Hause gegangen. „Das war’s“, beteuerte der Angeklagte, der angab, an dem Abend ziemlich viel getrunken zu haben.

Diesen Schilderungen widersprach sein Kontrahent. Er sei von dem Angeklagten mehrfach angepöbelt worden. Schließlich sei es ihm zu viel geworden, schilderte der Zeuge. „Ich habe ihn am Kragen gepackt, dann hat er mir eine Bierflasche auf den Kopf geschlagen.“ Später habe er durch das Fenster der Gaststätte beobachtet, dass der Angeklagte mit einer Schusswaffe zurückgekommen sei. „Ich hab das ernst genommen, deshalb bin ich auch dringeblieben“, erklärte der Zeuge, der mit passender Bekleidung im Gerichtssaal erschienen war. „Brotherhood – Fuck the World“ stand auf seinem Sweatshirt zu lesen. „Brotherhood – die Bruderschaft des Todes“ lautet auch der Titel eines amerikanischen Thrillers, in dem eine Mutprobe mit einer Schießerei endet.

Der Angeklagte war für Amtsrichter Otto Witt kein Unbekannter. Er verurteilte ihn wegen Bedrohung zu 700 Euro Geldbuße, sah aber von einem Freizeitarrest ab, wie ihn die Staatsanwältin gefordert hatte. Denn eigentlich sei der junge Mann auf einem guten Weg, befand Witt. Zuletzt sei er 2012 straffällig geworden.

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