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Ostholsteiner Anzeiger

12. Dezember 2017 | 21:12 Uhr

172 Polizisten mit ausländischen Vorfahren

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Seit zehn Jahren werden bei der Landespolizei Menschen mit Migrationshintergrund eingestellt / Die meisten haben türkische Wurzeln

von
erstellt am 05.Jan.2016 | 00:32 Uhr

Seit 1994 werden bei der Landespolizei Menschen mit ausländischen Wurzeln eingestellt. Insgesamt 172 Nachwuchskräfte mit unterschiedlicher Nationalität sind es seither. In diesem Jahr waren es acht neue Polizeianwärter mit Migrationshintergrund, die im September von Ministerpräsident Torsten Albig und Innenminister Stefan Studt auf Hubertushöhe vereidigt wurden.

Die Einstellung dieser Bewerber sei eine echte Bereicherung für die Landespolizei hob Albig hervor. „Wir haben wirklich eine moderne Landespolizei. Wenn auch unter den Flüchtlingen das Ansehen für unsere Polizei ebenfalls groß ist, dann liegt das nicht nur an deren umsichtigem und deeskalierendem Auftritt. Es hat auch damit zu tun, dass man in den Reihen der Landespolizei immer öfter auf Menschen mit ausländischen Wurzeln trifft“, sagte der Ministerpräsident.

Das Gros dieser Polizei-Bewerber der vergangenen 21 Jahre stellt die Türkei mit 57 Bewerbern, es folgen Polen mit 27 sowie Kasachstan mit 17 und Russland mit 15 Nachwuchskräften. Seit zehn Jahren arbeitet die Landespolizei mit der Türkischen Gemeinde Schleswig-Holstein (TGS-H) zusammen. „Dies geschah auch, weil die Landespolizei wollte, dass entsprechende Erklärungen hierzu auch mit Leben erfüllt werden“, sagt Horst Winter, Chef der Werbe- und Einstellungsstelle auf Hubertushöhe.

Verhandlungspartner der Polizei sei dabei von Beginn an Dr. Cebel Küçükkaraca gewesen. „Wir waren uns beide sehr schnell einig, dass es gut und richtig sei, junge und zugleich für die Polizei geeignete Migranten stets zu ermuntern, sich für die Landespolizei zu bewerben“, erinnert sich Winter. Dies sei auch gerade vor dem Hintergrund erfolgt, dass die noch in der Türkei aufgewachsenen Generationen häufig kein gutes Bild über die dortige Polizei wahrgenommen hatten und diese Generation der Großeltern oder Eltern für die jungen Menschen mit Migrationshintergrund aber häufig auch erster Ratgeber für die Berufswahl war. „Die Zusammenarbeit mit der Türkischen Gemeinde hat sich prächtig entwickelt, sicherlich auch, weil seit 2008 ein Beamter mit türkischen Wurzeln seinen Dienst bei der Werbe- und Einstellungsstelle versieht“, resümiert der Erste Polizeihauptkommissar. Neben den eigentlichen gemeinsamen Veranstaltungen zur Berufsinformation hätten sich auch darüber hinaus gemeinsame Zusammenkünfte ergeben und entwickelt. So wie die Werbe- und Einstellungsstelle im Jahre 2011 Gast der Türkischen Gemeinde zur Feier des 50-jährigen Deutsch-Türkischen Anwerbeabkommens im schleswig-holsteinischen Landtag war, so selbstverständlich nehme Küçükkaraca seit Jahren als geschätzter Gast an der jährlichen Vereidigung bei der Landespolizei teil. Und wenn er mit Küçükkaraca bei Veranstaltungen der Türkischen Gemeinde zusammentreffe, so sage er dem Publikum, dass die Information über den Beruf ein Grund des Besuchs sei, der andere laute: „Die Polizei kommt heute als Freund zu ihren Freunden.“

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