16-Jährige missbraucht: Reitlehrer unter Verdacht

49-Jähriger muss sich vor dem Plöner Schöffengericht für zwölf Taten verantworten

shz.de von
19. Juni 2014, 14:03 Uhr

Ein 49-jähriger Reitlehrer aus dem Kreis Plön muss sich seit gestern unter dem Vorwurf des sexuellen Missbrauchs Schutzbefohlener vor dem Amtsgericht verantworten. Die Anklage wirft dem Mann mindestens zwölf Fälle des Missbrauchs einer damals 16-jährigen vor. Dabei habe er das Mädchen unter Druck gesetzt und gedroht, ihr bei ihm untergestelltes Pony zu verkaufen.

Der Angeklagte muss sich außerdem unter dem Vorwurf der Nachstellung, des Betruges und der Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung verantworten. In einem weiteren Fall soll er ein zweites, ebenfalls minderjähriges Mädchen zu einer sexuellen Handlung genötigt haben.

Laut Anklage kaufte die damals 16-Jährige 2009 ein Pony bei dem Angeklagten, der seinerzeit einen Reitstall bei Plön betrieb und Reitunterricht gab. Das Tier war bei ihm untergestellt. Auf seinem Hof ritt sie regelmäßig. Laut Staatsanwalt Winterfeldt soll der Angeklagte bei diesen Reitstunden das Mädchen zu „speziellen Massagen“ aufgefordert haben, um ihre Haltung zum und auf dem Tier zu verbessern.

Gefügig gemacht haben soll er sie dann mit dem Hinweis, er habe von ihr ein intimes Video mit ihrem damaligen Freund im Internet gefunden, das er für sie löschen lassen wollte. So setzte er sie unter Druck, sagte der Staatsanwalt. 2009 sei es dann erstmals zu einem freiwilligen Geschlechtsverkehr gekommen, so die Anklage.

In der Folgezeit sei es mindestens ein Dutzend Mal zu einem Geschlechtsverkehr mit der damals Minderjährigen gekommen, wirft ihm die Anklage vor. 2011 gab es dann einen weiteren Vorfall zusammen mit einer damals ebenfalls minderjährigen Freundin seines ersten Opfers in einer Kieler Wohnung, bei der die beiden Mädchen sich letztlich aus Angst seinem Willen fügten.

Weil der Angeklagte zunehmend gewalttätig wurde, trennte sich das mittlerweile volljährige Opfer 2012 dann mit Hilfe ihrer Familie von ihm und nahm auch ihr Pferd mit. Kurz danach begann der Angeklagte, die junge Frau am Telefon zu belästigen. „Stalking“ nennt es der Staatsanwalt – oder besser gesagt „Nachstellung“. Das geht sogar soweit, dass der Angeklagte eine Hamburger Detektei damit beauftragte, die nun junge Frau zu beobachten. Die Rechnung von fast 9000 Euro dafür zahlte er aber nie.

Seite 7

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen