15 Jahre Essen in Gemeinschaft

Ehrengäste zum 15-jährigen Bestehen: Propst Peter Barz (v.r. hinten), Lions-Präsident Mel Camelly, Stadtvertreterin Margret Möller und Dehoga-Chef Harry Heinsen. Pastor Philipp Bonse (hinten links) moderierte durch die Feierstunde mit gut 50 Besuchern.
1 von 2
Ehrengäste zum 15-jährigen Bestehen: Propst Peter Barz (v.r. hinten), Lions-Präsident Mel Camelly, Stadtvertreterin Margret Möller und Dehoga-Chef Harry Heinsen. Pastor Philipp Bonse (hinten links) moderierte durch die Feierstunde mit gut 50 Besuchern.

Der Eutiner Mittagstisch der evangelischen Kirche feierte gestern ein Jubiläum mit Ehrengästen und Gründungspropst Matthias Wiechmann

shz.de von
10. September 2016, 00:39 Uhr

„Es ist wie nach Hause kommen“, sagte Matthias Wiechmann, ehemaliger Propst und Initiator des Eutiner Mittagstisches im Gemeindehaus der Michaeliskirche gestern. Nie habe er sich vorstellen können, dass er heute in so großer Runde das 15-jährige Bestehen des Eutiner Mittagstisches feiere.

Antrieb für die Gründung des Eutiner Mittagstisches war damals die Tafel, so Wiechmann. „Die Engagierten verteilten zwar Essen an die Menschen, die es brauchten, aber es wurde schnell klar, dass vielen auch wenigstens eine warme Mahlzeit in Gemeinschaft helfen würde“, erinnert sich Wiechmann.

„Am 17. August 2001 saßen wir hier zusammen mit den ersten Ehrenamtlichen und rund 15 Gästen, doch das wurden schnell mehr“, so Wiechmann. Damals wie heute stehe neben dem warmen Essen die Gemeinschaft im Vordergrund. Er erinnerte sich an die Worte eines schon verstorbenen Gastes: „In dieser einen Stunde in der Woche bin ich ein Mensch und kann wieder mit anderen sprechen. Sonst bin ich allein.“ Gerade in der Zeit der vernetzten Welt sei die gelebte Gemeinschaft doch von besonderer Bedeutung. Wiechmann dankte, ebenso wie die anderen Redner, den gut 30 Ehrenamtlichen für ihr langjähriges Engagement. „Das ist Menschenfreundlichkeit, die sie antreibt. Bewahren sie sich diese“, so Wiechmann.

Auch sein Nachfolger Propst Peter Barz griff die Bedeutung des gemeinsamen Mahls auf: „Gemeinsames Essen hält Leib und Seele zusammen.“ Schon Jesu habe sich gern mit anderen Menschen zusammengesetzt – und das eher mit den Randständigen der Gesellschaft als mit den Etablierten. „Hier ist jeder willkommen und ein gern gesehener Gast. Das war schon die Botschaft Jesu und das ist auch hier seit 15 Jahren gelebte Wirklichkeit“, sagte Barz.

Die Essen für die rund 50 Gäste, die regelmäßig freitags um 12 Uhr ins Gemeindehaus kommen, werden ausschließlich durch Spenden finanziert. Umso erfreuter zeigte sich Pastor Philipp Bonse, als er eine Spende der Tafel und einen 1300 Euro schweren Kochlöffel vom amtierenden Lions-Chef Mel Camelly überreicht bekam. Damit seien sehr viele Essen gesichert, versicherte Bonse, der weiß, dass die Köchinnen sparsam mit Geld umgehen.

Einmal im Jahr werden die Ehrenamtlichen bedient – immer an Weihnachten, eingeladen von der Dehoga in Betrieben der Umgebung, das bliebe auch so, versicherte Dehoga-Chef Harry Heinsen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen