1356 Wohnungen in der Region neu gebaut

Bilanz des Baujahrs 2017 in den Kreisen Ostholstein und Plön

shz.de von
28. Juni 2018, 10:46 Uhr

Vom Single-Apartment bis zum Bungalow: In der Region sind im vergangenen Jahr 1356 Neubauwohnungen entstanden – 981 in Ostholstein und 375 im Kreis Plön.

2017 wurden damit rund 20 Prozent weniger neue Wohnungen gebaut als noch im Vorjahr. Darauf hat das Verbändebündnis Wohnen hingewiesen, in dem sich Baugewerkschaft IG Bau und Bauwirtschaft zusammengeschlossen haben. Das Bündnis beruft sich bei den Zahlen auf die aktuelle Bau-Bilanz der fertiggestellten Wohngebäude vom Statistischen Bundesamt.

Insgesamt haben die Bauherren im Kreis Ostholstein demnach im vergangenen Jahr 169,7 Millionen Euro in den Neubau von Wohnungen investiert. Zum Vergleich: Im Kreis Plön flossen im vergangenen Jahr 83,4 Millionen Euro in den Neubau von Wohnungen. „Das klingt viel. Tatsächlich müsste es aber mehr sein, wenn der Kreis Ostholstein seinen Beitrag zur Wohnraum-Offensive der Bundesregierung leisten will. Denn der Neubau von bezahlbaren Wohnungen ist die einzige effektive Antwort auf steigende Mieten und hohe Immobilienpreise, von denen auch Schleswig-Holstein betroffen ist“, sagt André Grundmann (IG Bau) vom Verbändebündnis Wohnen.

Insgesamt seien bundesweit im vergangenen Jahr lediglich 285 000 Wohnungen neu gebaut worden. Dabei habe die Große Koalition von CDU/ CSU und SPD eine ganz andere Messlatte gelegt: 1,5 Millionen Neubauwohnungen bundesweit bis 2021 – also 375 000 pro Jahr. „Das bedeutet, dass der Wohnungsneubau schon in diesem Jahr um satte 32 Prozent zulegen müsste. Danach sieht es allerdings bislang weder in Schleswig-Holstein noch bundesweit aus“, so der Regionalleiter der IG Bau in Schleswig-Holstein, André Grundmann.

Das Verbändebündnis Wohnen fordert daher jetzt den Bund, das Land Schleswig-Holstein und auch die Kommunen auf, mehr für den Wohnungsbau zu tun. Vor allem für den bezahlbaren Wohnraum. Also für Menschen ohne „extra dickes Miet-Portemonnaie“: „Gerade für den sozialen Wohnungsbau muss deutlich mehr getan werden. Ebenso für den Neubau von Wohnungen, bei denen sich die Menschen die Miete auch leisten können“, so Grundmann.

Auch das Wohneigentum in den Kreisen Ostholstein und Plön müsse endlich wieder effektiv gefördert werden. „Es müssen sich wieder mehr Menschen die eigenen vier Wände leisten können – vom Maurer bis zur Industriekauffrau. Handwerker, die Wohnungen bauen, sollten auch in der Lage sein, sich eine eigene Wohnung anzuschaffen“, so das Bündnis Wohnen.

Wohneigentum sei eine wichtige Altersvorsorge. „Die eigenen vier Wände sind da und haben Bestand – unabhängig davon, wie die Rentenhöhe im Alter schwankt. Sie bieten die Sicherheit eines dauerhaften ‚Daches über dem Kopf‘ – ohne Angst vor Mieterhöhungen oder vor einer Kündigung“, sagt André Grundmann.


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