13. Etappe bringt den Podestplatz

Der Toyota von Giniel de Villiers und Dirk von Zitzewitz blieb bis zum Schluss von gravierenden Defekten verschont.
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Der Toyota von Giniel de Villiers und Dirk von Zitzewitz blieb bis zum Schluss von gravierenden Defekten verschont.

Co-Pilot Dirk von Zitzewitz profitiert von Defekten der Konkurrenz und wird bei der Rallye Dakar Dritter / Sieg auf der Schlussetappe

shz.de von
21. Januar 2018, 13:07 Uhr

Giniel de Villiers und Dirk von Zitzewitz haben bei der Rallye Dakar ihren siebten gemeinsamen Podiumsplatz gefeiert. Der südafrikanische Fahrer und sein ostholsteinischer Co-Pilot aus Karlshof (Gemeinde Wangels) beendeten die südamerikanische Wüstenrallye mit ihrem Toyota Hilux auf dem dritten Platz. Nach der 14. und letzten Etappe von und nach Córdoba betrug der Rückstand auf das spanische Sieger-Duo Carlos Sainz/Lucas Cruz (49:16.18 Stunden) auf dem favorisierten Peugeot 1:16.41 Std.

„Das war definitiv die härteste Rallye Dakar seit langer Zeit“, erklärte Zitzewitz. „Ich bin froh, dass wir den Hilux ins Ziel gebracht haben.“ Am Ende standen gar zwei Autos des Toyota-Teams auf dem Podium. Teamkollege Nasser Al-Attiyah (Katar) mit Beifahrer Matthieu Baumel (Frankreich) erreichte Platz zwei mit einem Rückstand von 43.40 Minuten.

Noch vor der 13. Etappe am vergangenen Freitag hatte es nicht unbedingt nach einem Podiumsplatz für Zitzewitz ausgesehen. Gestartet von Platz fünf, musste das südafrikanisch-norddeutsche Duo auf dem Weg von San Juan nach Córdoba defektbedingt mit der Kraft aus nur sieben der acht Zylinder ihres Toyota Hilux „made in South Africa“ auskommen. Obendrein ging Zeit verloren, weil das im Pudersand festgefahrene Auto mühsam ausgegraben werden musste.

Doch gleich zwei unmittelbar davor platzierte Gegner erwischten einen schwarzen Tag, was de Villiers/von Zitzewitz auf den dritten Rang vorspülte, den sie mit einem Sieg bei der 14. und letzten Etappe nicht mehr hergaben. Das Pech schlug erneut bei Stéphane Peterhansel/Jean-Paul Cottret vom Favoriten Peugeot zu – sie fielen mit beschädigter Lenkung und Not-Reparatur auf Platz vier zurück – am Ende betrug der Rückstand des 13-maligen Dakar-Siegers Peterhansel auf das Podium 8.48 Minuten. Noch mehr Pech hatten Bernhard ten Brinke/Michel Périn (NL/F). Die Toyota-Teamkollegen mussten mit Motorproblemen ganz aufgeben.

Mächtiger Gegner war neben dem Favoriten Peugeot vor allem die Rallye selbst. Auf ihrem Weg durch Peru, Bolivien und Argentinien – mit 4087 Kilometern Wertungsetappen – stellten sich den Teilnehmern riesenhafte Dünen mit puderweichem Sand und gnadenlose Schotter- und Geröllpisten in den Weg. Der Abnutzungskampf für Mensch und Maschine in der Kulisse atemberaubender Landschaften zeitigte eine außerordentlich hohe Ausfallquote, unter der auch die Favoriten litten. Nur vier der 13 angetretenen Siegkandidaten beendeten die Rallye Dakar 2018 innerhalb von zwei Stunden Rückstand auf die Sieger Sainz/ Curz, die gemeinsam ihren zweiten Gesamtsieg beim Offroad-Klassiker feierten.

Schon auf der vierten Etappe in der peruanische Ica-Wüste erlitten de Villiers und von Zitzewitz einen herben Rückschlag. Durch mehr Reifenschäden als Ersatzreifen und mehrfaches Eingraben im tiefen Dünensand rutschten sie auf Gesamtrang acht ab, von dem sie sich Stück für Stück nach vorne arbeiteten.

Für Giniel de Villiers und Dirk von Zitzewitz war es nicht nur die elfte aufeinanderfolgende Zielankunft bei der härtesten Wüstenrallye der Welt, sondern auch der siebte Podestplatz bei der zehnten Südamerika-„Dakar“, deren erste Ausgabe sie 2009 gewannen. In der Historie der „Dakar“ auf diesem Kontinent war kein anderes Duo konstanter erfolgreich als „GdV“ und „DvZ“. Noch nie musste das Duo bei seinen gemeinsamen Starts eine Rallye Dakar frühzeitig verlassen.

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