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Amtsgericht Plön : 1250 Euro Strafe für gezeigten Hitlergruß

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Er habe kein Interesse an Politik. Und der erhobene Arm, den er zwei Polizisten während einer Vatertagstour zeigte, sei auch kein Hitlergruß gewesen, behauptete ein 22-Jähriger vor dem Plöner Amtsgericht. Das wollte man ihm freilich nicht glauben.

Er habe gar kein Interesse an Politik. Und so sei der erhobene Arm, den er zwei Polizisten dieses Jahr während einer Vatertagstour zeigte, auch kein Hitlergruß gewesen, behauptete der 22-Jährige vor dem Plöner Amtsgericht. Vielmehr habe er seinen vor ihm laufenden Freunden deutlich machen wollen, dass er noch zwei weitere Bier haben wollte. „Das ist eine so alberne Geschichte, da hätten Sie lieber den Mund halten sollen“, kommentierte die Staatsanwältin und forderte eine Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu je 25 Euro (1250 Euro). Dieser Forderung schloss die Richterin sich an. Pech für den Angeklagten: Ursprünglich hatte er wegen Verwendung von Kennzeichen einer verfassungswidrigen Organisation einen Strafbefehl über 1000 Euro bekommen. Dagegen hatte der Kieler Einspruch eingelegt.

Die beiden Polizisten, vor denen der selbstständige Gartenbauer am 9. Mai in Raisdorf die Geste macht, erinnerten sich jedoch noch genau an den Vorfall. „Es war für mich ganz eindeutig, dass es der Hitlergruß war“, sagte der 32-jährige Polizeikommissar. Und dass der Angeklagte ihm gegenüber ausgesagt habe, es handele sich dabei um einen Ausdruck seiner Einstellung, habe seine Wahrnehmung noch bestärkt. Auch seine Kollegin hatte in der Armbewegung eindeutig den Hitlergruß erkannt. Aus einem besonderen Grund erinnere sie sich noch so gut an den Angeklagten: „Er sagte, er habe lediglich Karl Küpper nachmachen wollen.“ Auf der Wache habe sie dann recherchiert, dass Küpper ein Kölner Büttenredner war. Seinen Protest gegen die Nazis drückte Küpper aus, indem er den Hitlergruß mit den Worten „So hoch liegt der Dreck bei uns“ kommentierte.

Doch diese Version hielt die Staatsanwältin lediglich für den Versuch, den Vorfall herunterzuspielen.

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erstellt am 11.Okt.2013 | 04:00 Uhr

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