Max-Planck-Institut : 12 Millionen Euro für die Forschung

Die Grundsteinlegung am Max-Planck-Institut in Plön wurde von  Prof. Dr. Diethard Tautz, Geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts, moderiert.  Fotos: dr. kerstin mehnert/hfr
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Die Grundsteinlegung am Max-Planck-Institut in Plön wurde von Prof. Dr. Diethard Tautz, Geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts, moderiert. Fotos: dr. kerstin mehnert/hfr

Das Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön bekommt ein neues Tierlabor und eine Experimentieranlage.

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26. Januar 2011, 10:42 Uhr

Plön | Plöns größte Baustelle ist nicht mehr das Schwimmbad an der Ölmühle, sondern der Neubau eines Tierlabors und einer Experimentalanlage im Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie. Etwa zwölf Millionen Euro werden bis Ende 2013 in der August-Thienemann-Straße investiert. Erst vor kurzem war unter dem schon von weitem sichtbaren Kran die Grundsteinlegung.

Im neuen Tierlabor entstehen Laboratorien, Tierhaltungsräume sowie Infrastruktureinrichtungen für die evolutionsbiologische und genetische Forschung. Das Labor bietet auf einer Nutzfläche von 1260 Quadratmeter Platz für etwa 3000 Käfige für Wild- und Labormäuse. Das Gebäude ruht auf 82 Stahlpfählen. Die geplante Fertigstellung ist Ende 2013.

In der neuen Experimentalanlage sollen Verhaltensstudien und Freilandexperimente unter semi-natürlichen Bedingungen möglich sein. Dafür stehen 23 Experimentalräume, drei Käfighaltungsräume, eine Spülküche und ein Lager mit einer Bruttogrundfläche von 780,5 Quadratmeter zur Verfügung. Die Anlage soll bereits Ende des Jahres fertiggestellt sein.

Mit den Neubauten werden im Plöner Max-Planck-Insitut (MPI) auch neue Arbeitsplätze entstehen: neben weiteren Tierpflegern sollen auch neue (internationale) Wissenschaftler in das Team mit derzeit rund 100 Mitarbeitern aufgenommen werden. Das MPI für Evolutionsbiologie existiert in seiner heutigen Form seit März 2007 und ist aus dem MPI für Limnologie hervorgegangen.

Wie Prof. Dr. Diethard Tautz, Geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts für Evolutionsbiologie, bei der Grundsteinlegung sagte, dass der Staat auf allen Feldern des Bildungswesens und der Wissenschaft aktiv sei. Von der Grundschule bis hin zu Forschungsanlagen an Universitäten und Instituten. Die Max-Planck-Gesellschaft habe die besondere Aufgabe, sich der Grundlagenforschung zu widmen und dabei auch den wissenschaftlichen Nachwuchs des Landes mit auszubilden.

"Wir wissen, dass aus unserer Forschung nicht direkt die Produkte für den Markt von morgen entstehen", sagte Tautz. Aber ohne diese Forschung gebe es nicht die Produkte für den Markt von übermorgen.

Mit dem Bau des Gebäudes widmet sich das MPI einem ganz neuen Forschungsthema. Es soll die Frage beantwortet werden, wie es Tiere schaffen, sich evolutionär immer wieder an neue Umweltbedingungen anzupassen. Tautz: "Unser Modellsystem ist dabei die Hausmaus, die sich in mehreren Wellen, ausgehend von Indien, über die ganze Welt verbreitet hat." Dabei habe sie von Wüsten bis zu antarktischen Inseln alle möglichen neuen Habitate besiedelt. Damit sei sie ein ideales Modell für diese Fragstellung.

Gleichzeitig sei die Hausmaus auch eines der am besten untersuchten Tiere für die biomedizinische Forschung. "Wir haben es also mit dem Glücksfall zu tun, dass diese Spezies gleich in zwei Wissenschaftsbereichen von besonderem Interesse ist", schmunzelte Prof. Dr. Diethard Tautz. Das sei auch genau der Grund, warum in Plön eine so große Investition gerechtfertig sei. Die Forschungsrichtungen würden sich gegenseitig befruchten. Es sei daher zu erwarten, dass damit besonders große Fortschritte erzielt werden.

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