100 Tage im Amt: Tanja Kannenberg

Frische Blumen und ein hohes Maß an Ordnung fallen am Arbeitsplatz der neuen Volksbank-Chefin Tanja Kannenberg ins Auge.
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Frische Blumen und ein hohes Maß an Ordnung fallen am Arbeitsplatz der neuen Volksbank-Chefin Tanja Kannenberg ins Auge.

Eutinerin begann 1993 ihre Lehre bei der Volksbank und sitzt nun im Vorstand

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06. März 2017, 13:50 Uhr

Tanja Kannenberg gehört seit gut 100 Tagen zu einem sehr exklusiven Kreis: Sie wurde am 1. November 2016 in den Vorstand der Volksbank Eutin berufen. Die Zahl von Frauen in Bankvorständen ist klein, lässt sich in Schleswig-Holstein an einer Hand abzählen. Hinzu kommt, dass die Eutinerin mit 43 Jahren vergleichsweise jung ist.

Nach dem Abitur wollte Tanja Kannenberg Betriebswirtschaft studieren, vor dem Gang zur Uni aber erst einmal „was praktisches lernen“, wie sie erzählt. Am Ende der Lehre zur Bankkauffrau 1996 war der Studienwunsch immer noch da, aber die junge Frau ließ sich von einem Stellenangebot der Bank umstimmen: „Mir wurde eine Stelle in der Revision angeboten.“ Glücklicher Zufall, denn Revision bedeutet bei einer Bank nicht nur Prüfung, sondern ganz besonders auch Organisation – und das liege ihr, bekennt Tanja Kannenberg. Zu ihren Aufgaben habe nicht nur die innere Revision, sondern auch die Betreuung der externen Prüfer gehört.

15 Jahre blieb Tanja Kannenberg in der Revision, absolvierte berufsbegleitend die Ausbildung zur Bankfachwirtin und Bankbetriebswirtin mit Diplom und erwarb die Qualifikation zur Bankleiterin. Im April 2011 übernahm Tanja Kannenberg die Leitung der Produktionsbank, vier Jahre später wurde sie Bereichsleiterin Marktfolge, Steuerung und Stäbe mit Prokura.

Als im November 2015 die Suche nach einem Nachfolger für Bankvorstand Hans-Wilhelm Hagen mit einer bundesweiten Ausschreibung begann, war Tanja Kannenberg unter rund 40 Bewerbern. Fünf wurden vom Aufsichtsrat in die engere Wahl genommen, nach Einschaltung einer externen Personalberatung blieben zwei übrig, die sich dem Aufsichtsrat vorstellten. Dessen neun Mitglieder wählten Tanja Kannenberg einstimmig in den Vorstand, dem außerdem Matthias Benkstein angehört.

Es sind nicht nur Zahlen, die Tanja Kannenberg reizvoll findet. Besonders wichtig sei ihr der Kontakt mit Menschen, ob Kollegen oder Kunden. Sie freut sich deshalb, dass sie neben der Betreuung des Berufsnachwuchses im Haus auch in den Prüfungsausschuss der Industrie- und Handelskammer gewählt worden ist.

Und sie ist sicher, dass eine Genossenschaftsbank in der Größenordnung von Eutin dem Trend zu immer größeren Geldinstituten trotzen und am Markt gut bestehen kann. Die Volksbank sei leistungsfähig, habe ihr Filialnetz dem veränderten Kundenverhalten angepasst, der Telefonservice werde von den Kunden gelobt und mit der Hauptstelle in der Königstraße und dem neuen Verwaltungsgebäude in der Freischützstraße sei eine optimale Organisation der Abteilungen mit kurzen Wegen geschaffen worden.

Kaum im neuen Amt, wartet eine Herausforderung: Die Einführung eines neuen Computersystems soll im April möglichst reibungslos über die Bühne gehen.

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