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Ostholsteiner Anzeiger

11. Dezember 2017 | 09:07 Uhr

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

von
erstellt am 23.Sep.2014 | 20:51 Uhr

Stille Anteilnahme hat in Ostholstein der Tod des früheren Eutiner Schlossherren Anton Günther Herzog von Oldenburg ausgelöst. Offizielle Reaktionen des Kreises und der Stadt blieben gestern noch aus, während in Niedersachsen, wo die Familie der Großherzoge von Oldenburg in Rastede beheimatet ist, bereits Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) den Verstorbenen würdigte.

„Das Oldenburger Land und Niedersachsen verlieren mit Herzog Anton Günther einen über viele Jahrzehnte engagierten und sympathischen Fürsprecher, der für den Pferdesport und die Kultur viel getan hat“, sagte der Regierungschef in Hannover. Die offizielle Trauerfeier findet am 4. Oktober in der Lambertikirche in Oldenburg statt, wo der Herzog dann auf dem Gertrudenkirchhof in der Familiengruft beigesetzt wird.

Die Nachricht vom Tod des 91-Jährigen am Wochenende in Güldenstein überschattete gestern im Eutiner Schloss die Vorbereitungen auf das Festival der Führungen, das morgen von Kulturministerin Anke Spoorendonck eröffnet werden soll. Die dazu geplante Feier wird von der Schlosskirche in den Rittersaal verlegt, auf dessen originalgetreue Sanierung Herzog Anton Günther besonders stolz war.

Die frühere Sommerresidenz seiner Familie ist 1992 von ihm in die Verantwortung einer Stiftung übertragen worden, in der das Land Schleswig-Holstein und das Haus Oldenburg zu gleichen Teilen das Sagen haben. Die Aufgabe der alleinigen Eigentumsrechte war damals für ihn ein schwerer Schritt, den er dann nach einigem Zögern aber aus dem tiefen Respekt vor den Notwendigkeiten zum Erhalt eines Traditionsgebäudes seiner Vorfahren entschlossen unternahm.

In Eutin, wo der spätere Diplom-Forstwirt zur Schule ging, war Anton Günther von Oldenburg noch bis ins hohe Alter regelmäßig Gast der von der Stadt in den Schlossterrassen ausgerichteten Neujahrsempfänge. Eine enge Verbindung pflegte er auch zur Eutiner Schützengilde von 1668, deren Protektor seit Jahrhunderten stets das Familienoberhaupt der Herzogsfamilie ist. Er übernahm dieses Ehrenamt 1970 von seinem Vater Nikolaus und versäumte es kaum einmal, die Ehrenschüsse zum Beginn des Königsschießens abzugeben. Zuletzt tat er dies 2012. Zu runden Geburtstagen wurden Delegationen der Schützengilde stets nach Gut Güldenstein, dem Wohnsitz der Familie bei Lensahn, eingeladen.

Heiko Godow, wortführender Vorsteher der Gilde, würdigte den Verstorbenen als einen Mann, „der mit großer Leidenschaft seine Verbundenheit mit unserer Gilde bewies“. So habe er noch jüngst eine Linde gespendet, die jetzt einen vom Sturm umgeworfenen Baum auf dem Gildeplatz ersetzt.  

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