shz.de von
31. Oktober 2013, 00:33 Uhr

Der Geist der Reformation



Ein Aufschrei geht durch viele Reihen in Kirche und Gesellschaft. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) veröffentlichte kürzlich ein Papier mit einer neuen evangelischen Sicht auf Familie. Darin wird der Ehestand gemessen an der Verlässlichkeit und der Verantwortung, mit der die Zweisamkeit gelebt wird. Damit stehen auf einmal auch andere Beziehungs- und Familienformen auf gleicher Stufe mit der ehrwürdigen Institution Ehe. Es weht ein Geist von Reformation durch die Kirchenbänke. Gleiches Recht für gleiche Verantwortung gegenüber Kindern und Partnerschaft! Die Evangelische Kirche hat mit dem Familienpapier einen Trend gesetzt.

Dagegen hat Finanzminister Wolfgang Schäuble dieses Recht auf Gleichbehandlung, wie es wiederum das Bundesverfassungsgericht gegenüber homosexuellen Paaren gerade formuliert hat, unterlaufen.

Mittels einer Verwaltungsanordnung wies er die
Finanzämter an, gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften keinen gemeinsamen Steuerbescheid zu senden. Der eine Partner darf nicht für die Kinder des anderen Partners haften, für dessen Schulden haften muss er aber sehr wohl. Unsere Kirche stellt demgegenüber klar, dass verantwortlich gelebte Partnerschaft gleiche Pflichten und Rechte genießen muss wie es Ehepartner tun. Kirche leistet in dieser verunsichernden Situation der Gesellschaft einen Dienst.

Ja, diesen reformatorischen Geist ist die Christengemeinde der Bürgergemeinde schuldig.
Henning Ernst,
Männer- und Familienpastor

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen