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Ostholsteiner Anzeiger

20. August 2017 | 19:38 Uhr

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Anstöße zur Schulplanung



Eine Schulleiterin, die keine Zeit hat, sich über profund skizzierte Zukunftsentwicklungen der Schullandschaft zu informieren. Eine Stadtvertretung, die seit Jahren keinen Mumm hat, in der Verantwortung für plötzlich zwei Gymnasien über ein geordnetes Miteinander beider nachzudenken. Und ein Schulausschuss, dem nur Eines einfällt, um der Gemeinschaftsschule den anspruchsvoll geforderten Unterricht zu ermöglichen: Alle dazu neu notwendigen Räume müssen irgendwie auf das Gelände der Wisser-Schule „am Berg “ passen, egal, ob tief in der Erde oder durch Auftürmen der Geschosse geschaffen.

Ja, so kann man Gemeinschaftsschule machen – mit Minimal-Ansprüchen an die Bau-Ästhetik und das Umweltempfinden von Kindern – als ob die nicht an ihren Unterrichtsräumen ablesen könnten, wie viel sie der Gesellschaft wirklich wert sind. Und mit dem guten Gewissen von fleißigen Freizeitpolitikern, die vorbildlich sparsam sein wollen und darauf vertrauen, dass die Welt so ist und bleibt, wie sie sie kennengelernt haben.

So ist die Welt aber schon lange nicht mehr, auch nicht im immer noch beschaulich scheinenden Eutin. Wie die neue Schulwelt hier bald aussehen könnte, hat der Bildungsexperte Wolf Krämer-Mandeau den Stadtvertretern beherzt in groben Umrissen aufgezeigt. Man muss nicht alles teilen, was er als Zukunftsbild für plausibel hält – auch Experten irren gelegentlich – doch Eines hat Krämer-Mandeau erreicht: Er hat die im Saft eigener Bau-Erfahrungen schmorenden Stadtvertreter vor den Kopf gestoßen. Und damit hoffentlich ihre Bereitschaft geweckt, jetzt ein wenig über den Tellerrand zu blicken, damit ihre Bauplanung für die Gemeinschaftsschule auch in zehn Jahren noch Anerkennung verdient. Vielleicht sollten Fraktionschefs wie Hans-Georg Westphal (SPD), der dem Bürgermeister vorwarf, mit der Einschaltung eines Gutachters den politischen Tatendrang zu hemmen, sich alles noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Und sich dann bei der Verwaltung bedanken, dass sie vor blindwütiger Geldausgeberei noch einmal Grundlagenarbeit angestrengt hat. Die kostet zwar noch einmal Zeit, aber bringt auf lange Sicht Gewinn für alle.

Eine Blamage



Gründlich blamiert hat sich Umweltminister Robert Habeck mit seiner zweiten Gesprächsrunde in Eutin, in der es um mögliche Lösungen für den Konflikt zwischen Windmüllern und Flugsicherung gehen sollte. Den Experten des Bundesamtes aus Frankfurt war der Weg aufs Land zu unbequem, und da Sicherheit vorgehe, sei an ihrem Votum gegen neue Windkraftanlagen nichts zu deuteln, lautete die Erklärung für ihr Fernbleiben. Ein Landesminister in Kiel schafft es also nicht, Mitarbeiter des Bundes „in die Fläche“ zu bewegen – peinlich. Das wirft aber auch die Frage auf, was denn unsere Abgeordneten in Berlin zu Wege bringen, wenn es in ihrer Heimat brennt – hat Ostholstein dort keine Lobbyisten?

Hartmut Buhmann

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von
erstellt am 14.Sep.2013 | 00:34 Uhr

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