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Auf dem Weg nach Westerland : Sylt Shuttle „verfährt sich“ in Niebüll – Zugverkehr teilweise lahmgelegt

vom

Während der Zug über eine Weiche fuhr, stellte sie sich um. Plötzlich stand der Triebwagen schräg in zwei Gleisbetten.

shz.de von
erstellt am 07.Sep.2017 | 10:49 Uhr

Niebüll | Weil der Triebwagen eines Sylt-Shuttles   im Niebüller Bahnhof mit jeweils einer Achse auf verschiedene Gleise gefahren ist, sind am Mittwoch 19  Züge ausgefallen oder  mit großen Verspätungen gestartet. Die Strecke  zwischen  Husum und Niebüll war am Morgen für  rund eine Stunde komplett gesperrt, sagte der Sprecher der Bundespolizei,  Hanspeter Schwartz.   Der Triebwagen der Deutschen Bahn (DB) stand demnach schräg auf zwei Gleisen –   er war auf einer Rangierfahrt zum Ankuppeln an den Autozug unterwegs.  Eine erste Meldung, dass der Zug entgleist sei, stellte sich als falsch heraus. Das Fahrzeug war bis auf den Triebfahrzeugführer leer, verletzt wurde  daher niemand.

 „In dem Moment, wo der Zug über eine Weiche gefahren ist, wurde sie umgestellt. Die vordere Achse des Triebwagens schob sich auf das eine Gleis, die hintere Achse auf das andere Gleis“, sagte Schwartz. Nachdem die Weiche wieder umgestellt war, konnte  der Fahrer rückwärts fahren und das Gefährt so aus seiner misslichen Lage befreien. Ob und wie stark die Gleise durch den Unfall beschädigt wurden, konnte der Sprecher nicht sagen. Shz.de-Leser Günter Steinhardt fährt täglich mit seinem Transporter auf dem Sylt Shuttle und war dabei, als sich der Vorfall ereignete. Über WhatsApp schilderte er die Situation: „Die müssen einen Kranwagen kommen lassen. Wir hätten es nicht bemerkt, wenn der Zugbegleiter es uns nicht gesagt hätte.“ Der Zug sei langsam gefahren.

Auch wenn der Unfall glimpflich verlief: Die Geduld  zahlreicher Fahrgäste wurde am Mittwoch auf die Probe gestellt.  Der Autozug, der ursprünglich nach Westerland fahren sollte, der Gegenzug sowie  Personenzüge fielen aus, sagt der Sprecher der Deutschen Bahn (DB) Egbert Meyer-Lovis. Hunderte Reisende –  von denen viele mit dem  Personenzug von der Insel Sylt aus dem Urlaub kamen – standen mit Koffern vor dem Niebüller Bahnhof und warteten darauf, dass sie ihre abrupt beendete Fahrt mit Bussen fortsetzen konnten.

Mit Schirmen schützten sie sich vor Nieselregen, der zeitweise  aus dichten Wolken über Nordfriesland fiel. In wasserdichten Jacken harrten auch am  Westerländer Bahnhof   ungezählte Menschen aus und warteten  darauf,  die Insel über den Hindenburgdamm verlassen zu können.  Warum das Fahrzeug mit einer Achse auf das benachbarte Gleis rollen konnte und die Weiche plötzlich umsprang, war am Mittwoch zunächst unklar. Sowohl den Fahrdienstleiter als auch den Zugführer  will die Bundespolizei befragen. Zudem wollen die Beamten prüfen, ob ein Strafverfahren  eingeleitet wird. 

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