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Nordfriesland Tageblatt

21. August 2017 | 03:35 Uhr

Zweites Kühlfahrzeug als nächstes Ziel

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Computer statt Karteikärtchen: Bei der Tafel Südtondern ist – einer Spende sei Dank – die Zeit der handschriftlichen Dateierfassung vorbei

Die Zeiten der Karteikärtchen gehen für die Mitarbeiter der Südtondern Tafel in Niebüll und Leck zu Ende. Wurden bisher alle wichtigen Daten bei der Ausgabe von Lebensmitteln an die Bedürftigen von Hand notiert, so stehen den jeweils 20 Ehrenamtlichen an den Ausgabestellen Leck (Rudolf-Diesel-Straße 16) und Deezbüll (ehemaliges Feuerwehrgerätehaus) nun zwei hochwertige Laptops mit der dazugehörigen Software zur Verfügung.

Stellvertretend nahmen der Vorsitzende Reimer Bock, die Stellvertreterin Christine Sawinski und Schriftführerin Erika Spaude von André Seidel, Geschäftsführer/Marktleiter des Elektronik-Marktes „Euronics XXL“, die beiden Geräte entgegen, die das Unternehmen gesponsert hat. „Ich habe die Südtondern Tafel von Anfang an für eine sinnvolle Einrichtung gehalten. Aber ich hätte nie gedacht, wie sehr sie auch hier bei uns benötigt und in Anspruch genommen wird, weil die Bedürftigkeit so groß ist“, sagt Seidel.

In der Tat: Die Südtondern Tafel wird gebraucht. „Im vergangenen Jahr wurden in Leck 9000, in Niebüll 6000 Kunden mit Lebensmitteln versorgt“, berichtet Christine Sawinski. Durchschnittlich sind es pro Ausgabetag in Niebüll 55 Abholer, in Leck 80 Abholer, ergänzt Reimer Bock. „Diese Zahl enthält auch die Flüchtlinge, die zu uns kommen.“ Und: „Hinter jedem Abholer steckt meist eine Familie, die versorgt wird.“ Jeder hat einen speziellen Ausweis, der vorgelegt wird, und zahlt einen Kostenbeitrag von zwei Euro.

Als Mitarbeiter hat die Südtondern Tafel neben den erwähnten 40 Helfern in den Ausgabestellen noch 20 Fahrer, die mit dem organisationseigenen Kühlfahrzeug die gespendeten Lebensmittel abholen. „Das geschieht jeweils von montags bis donnerstags, manchmal sogar freitags und sogar am Wochenende“, sagt Erika Spaude. „Wir haben sehr viele sehr großzügige Förderer und Spender“, sagt Reimer Bock. Erika Spaude: „Wir bekommen wirklich tolle Sachen, haben ein umfangreiches Sortiment aus Brot, Backwaren und vieles mehr.“ Der Transport muss gut organisiert werden. „Dazu gehört viel Logistik“, unterstreicht Christine Sawinski. In Leck kümmert sie sich um die Organisation, in Niebüll haben Helga Hansen-Rathmann und Erika Spaude diese Aufgabe übernommen. „Wertvolle Hilfe bekommen wir vom Traditionsverein in Deezbüll, hauptsächlich in Person von Harro Limbrecht.“

Die regelmäßigen Kontrollen durch das Veterinäramt des Kreises Nordfriesland sind sehr streng, die Vorschriften werden peinlich genau eingehalten. „So dürfen wir beispielsweise keine Lebensmittel ausgeben, die auch nur eine Spur Alkohol enthalten“, erklärt Reimer Bock. „Das gilt auch für Puddings“, ergänzt Christine Sawinski. „Man glaubt gar nicht, wo überall Alkohol enthalten ist.“ Aber als sogenannter „In-Verkehr-Bringer“ trage der Verein Verantwortung, so Bock.

„Wir sind für diese Spende wirklich sehr, sehr dankbar“, erklärt Erika Spaude begeistert. Das Trio lobt auch die gute Zusammenarbeit mit dem Sozialzentrum. „Wir haben hier immer kurze Wege“, so Spaude. „Mittlerweile ist zu den Abholern ein richtiges Vertrauensverhältnis entstanden. Wir kennen uns, herzliche Begrüßungen gehören dazu. Manchmal tauschen wir sogar Rezepte aus.“

Einen großen Traum haben die Ehrenamtlichen der Südtondern Tafel nach dem Kauf eines Gebäudes in Leck, dass nun als Ausgabestelle dient: ein zweites Kühlfahrzeug für die Abholung der gespendeten Lebensmittel.

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erstellt am 15.Apr.2015 | 12:44 Uhr

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