Zweite Glocke für die Dionysius-Kirche

Christoph Marschner zeigt auf das Guss-Jahr 1926 der kleinen Glocke.
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Christoph Marschner zeigt auf das Guss-Jahr 1926 der kleinen Glocke.

Die Sanierung des Rodenäser Kirchenturms wird aufgrund eines hohen Holzwurm-Befalls teurer als ursprünglich geplant

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19. Mai 2015, 15:26 Uhr

Wie ein eingerüstetes Skelett sieht derzeit der Glockenturm an der St. Dionysius-Kirche in Rodenäs aus. Anlass ist eine geplante grundlegende Sanierung des Holzturms, dessen Alter nicht genau bekannt ist, der aber, so zeigen es historische Fotos, um die Zeit von 1890 schon dort stand.

Wie der für die Bauleitung verantwortliche Architekt Torsten Domnick vom evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Nordfriesland in Breklum mitteilte, sollten laut vorgesehener Planung die Außenschale, das Dach mit sogenannter Deckerschalung sowie die sichtbar zerstörten Konstruktionsteile, alles aus Holz, erneuert werden. Innen rechnete man maximal mit etwa einem Drittel Schadholz. Die Kosten hierfür waren auf gut 40  000 Euro geschätzt worden und werden vom Kirchenkreis getragen. Doch als sich die Handwerker-Fachfirmen vor einigen Wochen an die Arbeit machten, gab es eine unangenehme Überraschung. Denn auch die nicht sichtbaren tragenden Teile sind morsch und zum Teil wurmstichig. Deshalb ist auf anraten von Architekt Domnick fast ein kompletter Turm-Neubau erforderlich, um nicht durch altes Holz gleich wieder entsprechende Krankheiten einzufangen, wie er sagte. Dazu ist dann auch eine neue Statik erforderlich. Alles zusammen wird erhebliche noch nicht bekannte Mehrkosten verursachen.

Wegen der Holzbauweise hofft man auch auf trockenes Wetter, um nicht noch weiter in Zeitverzug zu geraten. Wie Christoph Marschner, Vorsitzender des beauftragten Gremiums von der Kirchengemeinde Rodenäs, erläuterte, soll im Zuge der Baumaßnahme auch wieder eine zweite Glocke in den Turm eingebaut werden. Die jetzige etwa 450 Kilogramm schwere Glocke wurde um 1965 gegossen und in den Turm installiert. In dem Zuge sind wahrscheinlich auch damals schon einige Innenbalken erneuert worden. Die vorherige kleinere rund 150 Kilogramm schwere Glocke steht seit 15 Jahren unter der Kanzel in der Rodenäser Kirche und soll nun im neuen Turm wieder erklingen. Diese Glocke war 1926 in Erfurt gegossen worden und eigentliche für eine Kirche in Ahrensburg bestimmt. Da sie dort aber wohl klangmäßig nicht hin passte, kam sie in den dreißiger Jahren nach Rodenäs. Denn die dortige Glocke war damals gesprungen und somit nicht mehr einsatzfähig. Sie steht aber heute noch im Schloss Gottorf in Schleswig. Laut Christoph Marschner soll auch der vor acht Jahren durch einen Sturm abgebrochene Wetterhahn wieder restauriert und auf die neue Glockenturmspitze gesetzt werden. Die Verantwortlichen hoffen nun auf eine Fertigstellung der Gesamtmaßnahmen bis spätestens Anfang Juli.

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