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Klinik Niebüll : Zweifache Rettung in letzter Minute

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Notfallversorgung in Südtondern: Zwei Patienten der Klinik Niebüll berichten, wie ihnen die Nähe zum Krankenhaus das Leben rettete

Während sich Kreis- und Kommunalpolitiker darüber den Kopf zerbrechen, wie sich das angeschlagene Klinikum Niebüll dauerhaft erhalten lässt, melden sich nun Patienten öffentlich zu Wort, die der Nähe zum städtischen Krankenhaus ihr Leben zu verdanken haben.

„Wir sind den Ärzten unglaublich dankbar“, sagt etwa Beate Andresen. Wenn sich die Mutter aus Süderlügum an Freitag, 13. November, erinnert, dann ist die Anspannung schnell wieder da. Ihr Sohn Elias erholte sich zu diesem Zeitpunkt von einer Mandeloperation und war seit rund einer Woche aus dem Krankenhaus entlassen worden. Mehrere Tage hatte der 14-Jährige nach dem Routineeingriff im Klinikum Niebüll gelegen. Doch am Freitagmorgen plagten den Jungen erneut Beschwerden und eine leichte Blutung im Rachen setzte ein. Beate Andresen entschied sich sofort dafür, ihr Kind wieder in die Klinik zu fahren. Kaum im Auto, verschlimmerte sich die Situation ihres Sohnes dann rasend schnell. „Wir waren kaum auf der Betonstraße, da spuckte Elias becherweise Blut.“ Trotz der dramatischen Situation blieb die Mutter ruhig und wählte den Notruf 112. Auf Höhe der Gemeinde Ellhöft parkte sie ihren Wagen und versuchte ihr Kind so gut es ging zu versorgen. „Wir mussten verhindern, dass Elias das Blut in die Lunge läuft – es waren bange Minuten.“ Kurz darauf landete der Rettungshubschrauber Christoph-Europa 5 auf einem nahegelegenen Feld. Der Junge wurde eingeladen und direkt ins Klinikum Niebüll geflogen.

Heute geht es Elias Andresen wieder besser, er besucht die Schule und wird bald ganz genesen. Mutter Beate und Vater Oliver Kjer sind sich nach Rücksprache mit den behandelnden Ärzten sicher: „Ohne die Klinik in Niebüll hätte mein Sohn das nicht geschafft.“

Der zweite Notfall ereignete sich nur wenige Stunden nach Elias’ Rettung in der Gemeinde Bosbüll. Dort endete die Nacht zum Sonnabend, 14. November, für Levke Ingwersen und ihren Lebensgefährten Christoph Eulenberger mit blankem Schrecken. „Gegen 4.30 Uhr hat unsere neugeborene Tochter Freda geschrien, daraufhin ist meine Frau ins Bad gegangen und ich wollte das Kind wickeln“, erinnert sich Eulenberger. Doch nach wenigen Schritten erlitt die Frau einen heftigen Blutsturz. Eine unvorhersehbare Folge ihrer Entbindung von Tochter Freda, die 14 Tage zurücklag. Um 4.41 Uhr rief Christoph Eulenberger den Rettungswagen. Bevor die Helfer eintrafen, verlor die junge Mutter mehrfach das Bewusstsein und musste mithilfe von fünf Männern über eine Treppe aus dem ersten Stock getragen werden. Bis Levke Ingwersen im Klinikum Niebüll eintraf, wo die Ärzte schon auf die Patientin warteten, hatte sie bereits ein Drittel ihres gesamten Blutes verloren. „Wenn es das Krankenhaus nicht gegeben hätte, dann wäre ich heute allein erziehender Vater“, sagt Christoph Eulenberger dankbar. Frauenarzt Assem Hossein, der die Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe in der Klinik Niebüll als Belegarzt leitet, kennt den Fall und bestätigt: „Ja, ein Umweg nach Flensburg oder Husum wäre in dieser Nacht nicht infrage gekommen.“

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erstellt am 25.Nov.2015 | 17:52 Uhr

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