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Nordfriesland Tageblatt

21. Oktober 2017 | 18:11 Uhr

Zwei Tage Festival-Faszination

vom

Trotz wechselhaftem Wetter: 2500 Besucher kamen zum Hülltoft Tief und genossen die Großveranstaltung "Skandaløs"

shz.de von
erstellt am 12.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Neukirchen | Die Möve, Symbol des Vereins "Kulturflut Skandaløs" ist davon geflattert - und das zweite große Musik- und Kulturfestival am Hülltoft Tief Vergangenheit. Bei leider wechselhaftem Wetter erlebten 2500 Besucher zwei ereignisreiche, interessante und alles in allem schöne Tage. "Die Stimmung war gut, die Resonanz bei Besuchern und Künstlern okay und unsere große Fete ein voller Erfolg", zog Pressesprecherin Clara Teuchert eine zufrieden stellende Bilanz.

Kein Wunder bei den sorgfältigen Vorbereitungen, in die die Erfahrungen aus dem ersten Festival von 2011 einflossen. "Was die jungen Leute auf die Beine gestellt haben, verdient Anerkennung", hatte auch Neukirchens Bürgermeister Peter Ewaldsen den Hut vor den Veranstaltern gezogen - allesamt Studenten, die teils mitten in den Vorlesungen stehen, teils vor den Examina, und dennoch Zeit hatten, das Riesenunternehmen "Skandaløs" vorzubereiten. Ob es ein drittes Festival geben wird? Clara Teuchert: "Erst einmal wollen wir uns erholen. Dann sehen wir weiter." Die letzte Erholungsphase hatte ein Jahr gedauert, die Vorbereitungen für 2013 ebenso lange. Abwarten heißt es also.

Bei dieser Fete fiel auf, dass das Veranstaltungsangebot dezentralisiert und auf das ganze Gelände verteilt war. Hier die große Showbühne, gegenüber das alternative Platzangebot mit dem Zirkuszelt, dort die eine und andere Aktion und da Stände, an denen sich die Mädchen stylen lassen und Accessoires kaufen konnten. An der Strandbar war es gemütlich, in der "Weißen Wabe" anheimelnd ruhig und vor der großen Showbühne dicht gedrängt, wenn es aus der Kulisse dröhnte.

Highlights zu nennen, hieße ungerecht zu sein. Doch (Beispiel) "Milky Chance" aus Kassel ging mit (tanzbarem) Folk nicht nur ins Ohr, sondern auch in die Beine, und die Movits (aus Schweden) machten aus HipHop und Swing nicht nur einen fulminanten Mix, sondern witzelten auch über Politiker und Kulturgrößen. Interessant auch "Moddi" aus Norwegen, benannt nach Pål Moddi Knutsen, dem 26-jährigen Singer/Songwriter mit seinen gefühlvollen Kompositionen - und herzhaft begrüßt die einheimischen Talente von "Land in Sicht".

Es war kaum möglich, alles mitzubekommen, weil überall etwas los war. Für Andy Straub, den Chaoten aus Münster, dessen Sprüche in keine Schublade passen, musste man sich Zeit nehmen. Das galt auch für das Hildesheimer Studentenquartett der Theaterwissenschaften, das gegen gesellschaftliche Zwänge anging. Musiker, Künstler, Akteure gaben sich trotz der an sie gestellten Mega-Ansprüche entspannt, nahmen selbst "jede Menge mit" - und blieben vor Ort, auch wenn ihr Part bereits gespielt war.

Es war ein rundum gelungenes Fest, meinte auch Dirk Petersen, neben seiner Schwester Imke, der einzige Nordfriese im Quintett der mutigen jungen Leute, zu denen außer Clara Teuchert noch ihr Bruder Simon und Leon von der Burg gehören. Die Veranstalter hatten tatkräftige Hilfe von außen. Stellvertretend für die Sponsoren wurde die VR-Bank Niebüll genannt. Ihnen und den zahlreichen Helfern wurde an dieser Stelle gedankt.

Gestern Vormittag setzte sich die Abreisewelle in Bewegung. Der große Park- und Zeltplatz leerte sich schnell. Es gab viele herzhafte Umarmungen, Küsschen und kräftiges Händeschütteln. Es ist auch alles gut gegangen. Bis auf einen gequetschten Finger wurde keine ärztliche benötigt. Die Freiwillige Feuerwehr Neukirchen musste nicht in Aktion treten. Die "Männer in Schwarz" hatten einen ruhigen Sicherheits-Job. Überhaupt lief das 2. Festival am Hülltoft Tief in einer freundlichen Grundstimmung ab. Besucher und Akteure waren gut drauf. Wer gekommen war, egal ob aus der Umgebung oder von weither, wird den mutigen Veranstaltern ein herzhaftes Chapeau attestieren.

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