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Landesförderung : Zwei Millionen Euro für den Deichbau

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Wirtschaftsminister Meyer übergab gestern den Förderbescheid. Dem Bau des Klimadeiches folgt eine touristische Aufwertung.

shz.de von
erstellt am 17.Feb.2017 | 18:29 Uhr

„Der heutige Tag ist ein Meilenstein für die Entwicklung von Dagebüll“, sagte Bürgermeister Hans-Jürgen Ingwersen gestern im Strandhotel Dagebüll. Dorthin ist Wirtschaftsminister Reinhard Meyer gekommen, um einen Förderbescheid über zwei Millionen Euro zu überreichen. Dichter Nebel verschleiert den Blick auf das Objekt der Millionen-Investition. Nämlich auf den Deich, der nördlich und südlich des Hotels unter der Regie des Landesbetriebs Küstenschutz zum zweiten Klimadeich im Land verstärkt werden soll. Im Zuge dessen wird die Wasserkante Dagebülls – inklusive Badestelle – touristisch aufgewertet. Drei Millionen werden dafür investiert, mit einer Förderquote von 70 Prozent wurde die maximal mögliche finanzielle Unterstützung erreicht.

„Darüber sind wir sehr froh, denn wir wissen, dass eine so hohe Förderung eigentlich nur im Rahmen einer lokalen Tourismusorganisation möglich ist“, sagt Amtsdirektor Otto Wilke. Eine solche LTO gibt es für das nördliche und mittlere Nordfriesland bisher nicht. „Uns ist bewusst, dass eine Million Euro für eine Gemeinde mit gut 900 Einwohnern schon ein verdammt hoher Eigenanteil ist“, sagt Reinhard Meyer.

Welche Bauarbeiten stehen in diesem Jahr an? Nachdem das neue Schöpfwerk fertiggestellt und im Probebetrieb ist, wird die alte Anlage demnächst abgerissen. Im ersten Abschnitt nördlich des Hafens ist die Deichverstärkung schon weit voran geschritten. Dort sollen unter anderem ein Veranstaltungsplatz und eine Deichtreppe mit Tribüne entstehen. Die richtig große Baustelle südlich des Hafens ist vor wenigen Tagen eröffnet worden. Bis Ende Oktober soll der Klimadeich mit einer Höhe von 7,95 Metern dort angelegt sein. An die touristische Infrastruktur wird es erst deutlich später gehen. Denn der Deich, für den 75  000 Kubikmeter Füllsand und 45  000 Kubikmeter Kleiboden verbaut werden, muss sich erst setzen, rund 400 Tage zum Beispiel im Abschnitt vor dem Strandhotel. Erst danach kann auf der Deichkrone eine 2,50 Meter breite Promenade mit Beleuchtung angelegt werden. Ein barrierefreier Zugang zum Meer und die Aufwertung der Badestelle sind weitere Vorhaben. Die Badestelle wird in diesem und im kommenden Sommer nicht genutzt werden können. Ein Shuttledienst nach Schlüttsiel und zum Freibad in Fahretoft werden eingerichtet. „Wir haben auch vergünstigte Fahrkarten nach Föhr ins Gespräch gebracht, doch das Geld dafür muss aus der Wirtschaft kommen“, sagt Ingwersen.

Er ist sich sicher, dass die Förderung keine Subvention ist, sondern die Wertschöpfung im aufstrebenden Tourismusort weiter steigern wird. „40 Arbeitsplätze wurden bereits geschaffen, die Steuereinnahmen steigen, viele Geschäfte sind in den Ort zurückgekehrt, darunter ein Lebensmittelladen und ein Frisör“, zählt Ingwersen auf. „Dagebüll zeigt eindrucksvoll, dass öffentlichen Mitteln für die Infrastruktur erhebliche private Investitionen folgen“, lobt Meyer. Wie der Bau von 90 Ferienhäusern, von 400 neuen Betten, die an 200 Tagen ausgelastet sind. Laut Meyer haben sich die Übernachtungszahlen von 2012 bis 2016 von 44  000 auf 104  000 mehr als verdoppelt. Weitere 22 Ferienhäuser sind in Planung.

Otto Wilke nutzt die Gelegenheit, um Meyer einige dringende Wünsche mit auf den Weg zu geben. Darunter der Ausbau der B  5, „denn unsere Gäste müssen erstmal gut herkommen können“, die Sanierung der Landesstraße zwischen Niebüll und Dagebüll sowie der zweigleisige Ausbau der Zugstrecke nach Sylt. „Mit der B  5-Planung kommen wir voran. Bis 2030 werden wir auch alle Landesstraßen schier haben – für die Reihenfolge mussten allerdings Prioritäten gesetzt werden“, antwortet Meyer, der versprach, alle Anliegen mit nach Kiel zu nehmen.  

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