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Nordfriesland Tageblatt

18. August 2017 | 20:58 Uhr

Projekt : Zwei Kirchenfenster zur Vollendung

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Es werde mehr Licht: Der Verein Freunde der St. Willehad-Kirche plant den Einbau von Fenstern am Altar als Restaurierungsmaßnahme – für Vereins-Vorsitzende Susan Scholz ein Jahrhunderteingriff.

Die Idee geistert schon lange in vielen Köpfen und eventuell wird sie nun auch tatsächlich umgesetzt: Anvisiert sind Fenster links und rechts des Altars der St.-Willehad-Kirche – dort, wo sich derzeit zwei Einbuchtungen befinden. Pläne, die der Verein der Freunde der St. Willehad-Kirche jüngst auf der Jahresversammlung aufgriff und diskutierte, eine Entscheidung liegt allerdings beim Kirchengemeinderat.

Die Öffnung komme einer Vollendung gleich, so sieht es Pieter Dubbeldam, Baupfleger des Kirchenkreises. „Nach alten Unterlagen waren die Fenster zwar geplant, aber noch nie offen. Der Erbauer hat sie seinerzeit aus Kostengründen zugemauert.“ Nach Dubbeldams Aussage stammt der Ausbau mit dem Altarbereich und der Ostwand aus dem Jahr 1807. Der romanische Erstbau wurde bereits in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts errichtet.

Pastorale Worte zitierte die Vorsitzende Susan Scholz. „Fenster sind die Einfallstore des Lichts. Sie sind in einer Kirche über ihre Funktion und ihren Schmuckcharakter hinaus auch ein Gleichnis dafür, dass Gottes Leben spendende Licht in jeden Menschen fallen möge“, hieß es unter anderem. Scholz maß der Thematik substanzielles Gewicht zu und stellte deutlich heraus: „Es wäre nicht eine kleine Baustelle mit anschließend bunten eingesetzten Steinchen. Es ist ein Jahrhunderteingriff in diese Kirche, eine Verbeugung vor dem, was einmal war. Aber in jedem Fall getragen von dem Bewusstsein, Verantwortung zu übernehmen in einer sehr komplexen Restaurierungsfrage.“

Das Landesamt für Denkmalpflege sowie das Nordelbische Kirchenamt sähen kein Problem in der Öffnung der Fenster, hieß es.

Wie die neuen Fenster aussehen könnten, auch darüber machten sich die Vereinsmiglieder bereits Gedanken. Fenster-Beispiele stellte Bernhard Loers aus Glücksstadt vor. Der Kunstglaser und Glasmalermeister riet zu einer neutralen, zurückhaltenden Verglasung: „Es sollte keine figürliche Darstellung gewählt werden, sondern eine anspruchsvolle Flächengestaltung.“ Dazu eigne sich besonders mundgeblasenes Antikglas. Hinsichtlich einer befürchteten Überblendung empfahl er: „Material und Gestaltung beeinflussen den Lichteinfall, so dass keiner geblendet wird.“

Für die Vereinsmitglieder steht fest, dass man sich – falls die Fenster eingebaut werden sollen – an den vorhandenen Fenstern im Kirchenschiff orientieren sollte. Der Raum werde durch diese Maßnahme geöffnet, meinten viele Fördermitglieder und Pastor Holger Asmussen sagte: „Das ist eine tolle visionäre Idee.“ Eine Sorge formulierte hingegen Armin Nickel: „Wir haben die seinerzeitigen Salpeter-Ausblühungen an der Ostwand mit Mühe und Not in den Griff bekommen. Wie wirkt sich dann die neue Kältequelle aus?“ Die Auswirkung auf das Innenraum-Klima durch diese Maßnahme sei insgesamt sehr gering, meinte der Baupfleger, im Altarraum könne eine leichte Zirkulation der Luft eher von Vorteil sein.

 

 

 

 

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erstellt am 06.Sep.2013 | 10:00 Uhr

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