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Nordfriesland Tageblatt

12. Dezember 2017 | 21:22 Uhr

Zuversicht beim Erhalt der Klinik

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Bei einer Podiumsdiskussion mit Bundestagsabgeordnete Mathias Ilgen (SPD) stand erneut die Zukunft des Klinikums Nordfrieslands zur Debatte

shz.de von
erstellt am 15.Mär.2016 | 13:01 Uhr

Nur wenige Interessierte fanden den Weg in die Niebüller FPS-Mensa zur SPD-Podiumsdiskussion. Dennoch wurde es ein spannender Abend. Zunächst hatte der SPD-Bundestagsabgeordnete Mathias Ilgen das Wort. Krankenhausschließungen seien nicht ungewöhnlich nach den Änderungen der Gesetzgebung, so Ilgen. Das Niebüller Minus von 1,2 Millionen werde fortgeschrieben, die Krankenkassen müssten einspringen. Bis zum 26. Juni habe die Kreis-Politik noch Zeit, der Nospa ein schlüssiges Konzept vorzulegen. Ansonsten drohe die Pleite der Klinikum GmbH. Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Thomas Nissen, erläuterte noch einmal das BDO-Gutachten zum Klinikum Nordfriesland sowie die finanziellen Probleme im Detail. Ein beantragter Sicherstellungszuschlag als finanzieller Ausgleich für Niebüll wird geprüft; wenn die Schularbeiten gemacht sind, würden das Land und der Kreis weiter mitziehen. Die Aussagen der Kassen dazu seien jedoch noch offen. Vermutlich werden sie auf drei Jahre die Zusage für den Finanzausgleich gegeben, so Nissen auf eine Nachfrage. Erika Spaude, SPD Niebüll, erklärte: „Wir sind froh über das BDO-Gutachten. Wir sind guter Dinge in Richtung Erhalt des Krankenhauses.“ Karl-Heinz Schmidt vom Förderverein des Krankenhauses fragte konkret: „Was passiert, wenn der Sicherstellungszuschlag nicht kommt?“ Und er meinte weiter: „Wir müssen die Leistungen des Hauses ertüchtigen. Wir brauchen mehr Spezialisten, müssen diese an das das Krankenhaus binden. Wir benötigen einen Chefarzt in der Chirurgie.“ Ein Zuhörer aus dem Publikum stimmte dem zu. Er plädierte energisch für einen Ausbau des Krankenhauses; ein Chefarzt in der Chirurgie sei notwendig, um das Haus funktionsfähig zu halten – und würde auch Husum helfen, gut zu arbeiten.

Eine Zugereiste und Neu-Niebüllerin war begeisterte vom Engagement der Niebüller für ihre Klinik. Die ehemalige Bürgervorsteherin Beate Jandt war 37 Jahre in der Radiologie tätig und meinte: „Das Rad der Geschichte lässt sich nicht zurückdrehen!“ Jeder Weggang eines Chefarztes hätte negative Veränderungen für Niebüll gebracht. Der Chefradiologe ging, einer kam neu – aber nun in Husum angedockt. „Alles hätte man auch in Niebüll machen können!“ Ein weiterer Gast wandte sich gegen das Schlechtreden des Niebüller Krankenhauses. Es habe für Niebüll zudem keine Kompensationen für den Abzug von Leistungen gegeben. Mathias Ilgen betonte: „Wir haben eine Überversorgung in Berlin, Unterversorgung auf dem Land. Das müsste der Staat steuern, sagt meine Partei, die SPD. Keine Frage: Dieses muss bei den nächsten Wahlen entschieden werden.“ Weder er noch die SPD im Kreis wisse derzeit genau, wie es weitergeht. Die SPD-Fraktion treffe sich am 18. März, um über die nächsten Schritte zu beraten, werde sich danach äußern. Ein Vertreter der Bürgerinitiative forderte abschließend eine Entschuldigung von Landrat Harrsen. Dieser habe behauptet, Niebüll sei noch nicht im Kreis Nordfriesland angekommen. „Ich meine, man sollte den Landrat zumindest bitten, Niebüll nicht weiter runterzureden“, sagte Karl-Heinz Schmidt vom Förderverein des Krankenhauses dazu. Thomas Nissen war am Ende optimistisch: „Der Kreistag wird am 23. März einstimmig für den Erhalt Niebülls stimmen.“ Seine weitere Prognose: Natürliche werde man über Kooperationen mit anderen Krankenhäusern zukünftig reden; das sei ebenso klar wie die weitere Debatte über einen Klinik-Neubau in Bredstedt. Die Idee, Niebüll aufzurüsten und Husum runterzufahren – dort gibt es in der Nähe weitere Spezialkliniken – wurde an diesem Abend nicht erörtert.

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