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Gemeinde Ladelund : Zurückhaltung bei Patenschaften

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Ladelund ist vorbereitet und bietet Flüchtlingen Wohnraum an, doch derzeit mangelt es noch an Paten.

von
erstellt am 08.Feb.2016 | 06:15 Uhr

„Welche Möglichkeiten haben wir, unsere neuen Mitbürger gut in die Gemeinde zu integrieren?“ Diese Frage stellen sich nun auch die Bürger Ladelunds. Die „Flüchtlingsbetreuung Amt Südtondern“ hat ab Februar 2016 eine weitere Immobilie in Ladelund angemietet, um erwarteten Flüchtlingen Wohnunterkünfte zur Verfügung stellen zu können: ein Haus in der Straße „An den Linden“. Es bietet Platz, zehn Menschen zu beherbergen. Wer dort aber einziehen werde, sei zur Zeit noch völlig ungewiss, denn man kenne bislang noch weder deren Namen noch Herkunftsländer und persönlichen Schicksale, berichtete Hilke Lehmann von der „Awo Interkulturell“. Diese hatte ins Pastorat eingeladen, 50 Interessierte, unter ihnen auch eine junge Frau aus Armenien, die mit ihrer Ladelunder Betreuerin teilnahm, waren erschienen.

„Es wäre aber schön, wenn den Flüchtlingen bei ihrem Eintreffen ehrenamtliche Helfer als Ansprechpartner zur Seite stünden und ihnen bei den ersten Schritten in ihrem neuen Lebensumfeld behilflich sein könnten“, so Hilke Lehmann. Sie zeigte auf, wie die Bemühungen, Flüchtlinge zu integrieren, in anderen Dörfern bislang verlaufen sind. Bewährt hätten sich ehrenamtliche „Paten“ – auch „Lotsen“ oder „Kümmerer“ genannt –, die ihre Schützlinge von Anfang an im Alltag begleitet hätten, sei es bei der Orientierung im Hinblick auf bestimmte Örtlichkeiten oder öffentliche Einrichtungen. Sie zeigten den Flüchtlingen zum Beispiel die nächsten Einkaufsmöglichkeiten, Bushaltestellen und Briefkästen, erklärten ihnen Fahrpläne oder machten sie mit den nächsten Nachbarn bekannt. Die Paten begleiten die ihnen Anvertrauten bei Behördengängen und Arztbesuchen und sorgen dafür, dass ihnen wichtige Briefe übersetzt werden (mit Hilfe von „Sprachmittlern“). Auch sind die Paten den Flüchtlingen bei der Anmeldung zu Sprachkursen (Deutschunterricht) behilflich und knüpfen Kontakte zu örtlichen Vereinen und Verbänden (Sportvereine, Chöre, Kegelclubs und ähnliche Interessenverbände), um eine sinnvolle Nutzung von Freizeit zu gewähren.

„Niemals aber dürften ehrenamtliche Helfer vergessen, dass die meisten Flüchtlinge arge Traumata zu verkraften haben und sich deshalb oft entsprechend anders verhalten“, mahnte Hilke Lehmann. Allen Interessierten händigte sie einen umfangreichen, schriftlichen „Leitfaden“ aus, der zu jeglichen Situationen der Betreuung wichtige Ratschläge beinhaltet. Darin wird auch aufgezeigt, in welchem Umfang Paten rechtlich abgesichert und in Bezug auf ihre persönliche Haftung versichert sind.

Obgleich die Diskussion prinzipiell ein reges Interesse der Zuhörer aufgezeigt hatte, das Projekt „Runder Tisch“ zu unterstützen, trugen sich nur drei Anwesende als potentielle Helfer ein. Sich als offizielle „Paten“ zur Verfügung zu stellen, traute sich vorerst noch niemand, vermutlich deshalb, weil noch nicht abzusehen ist, welche Menschen Ladelund zugewiesen werden. So ist die erlebte Veranstaltung nur als „vorbereitende Versammlung zur Gründung eines 'Runden Tisches'“ zu werten. In etwa drei Wochen wird man neu zusammenkommen.

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