Sonderausstellung im Dorfmuseum Ladelund : Zurück in die Vergangenheit – Zeigt her eure Spielsachen

Renate und Ingwer Christophersen, Martina Buldt, Hans-Heinrich Petersen, Elsa-Margaretha „Gretel“ Friedrichsen und Birgit Lewe (von links nach rechts) organisieren die Sonderausstellung.

Renate und Ingwer Christophersen, Martina Buldt, Hans-Heinrich Petersen, Elsa-Margaretha „Gretel“ Friedrichsen und Birgit Lewe (von links nach rechts) organisieren die Sonderausstellung.

Aus einer Zeit vor Prinzessin Lillifee und Pokémon: Spielzeughits aus vergangenen Jahrzehnten.

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25. April 2019, 12:07 Uhr

Ob Jung oder Alt, draußen oder drinnen, an der Playstation oder auf dem Holzbrett – spielen mag fast jeder. Dementsprechend viele unterschiedliche Spielwaren gibt es auch. Eine Sonderausstellung im Dorfmuseum Ladelund zeigt nun einige Schätze aus vergangenen Zeiten.

Sonderausstellung soll Abwechslung bieten

„Irgendwie wollten wir den Besucher etwas Abwechslung bieten“, sagt Hans-Heinrich Petersen. So war die Idee einer jährlichen Sonderausstellung im Ladelunder Dorfmuseum geboren. Schnell waren eine Ecke im Untergeschoss hergerichtet und etwas frische Farbe an die Wand gebracht.

Nach einem geeigneten ersten Thema mussten die ehrenamtlichen Betreiber des Museums nicht lange suchen. Elsa-Margaretha Friedrichsen, von allen nur Gretel genannt, fiel ein, dass sie noch viel altes Spielzeug zu Hause hat. Auch die anderen Mitglieder stimmten ihr zu. Also sollte die erste Sonderausstellung unter dem Motte „historische Spielsachen“ stehen.

Seit vergangenen November wurden sämtliche Dachböden durchforstet, Kisten durchwühlt und Schränke aussortiert. „Aktuell haben wir etwa 100 unterschiedliche Spielzeuge zusammen“, sagt Hans-Heinrich Petersen. Den Titel „historisch“ erhält jedes Teil, das älter als 50 Jahre ist. Das beschloss das Organisationsteam der Sonderausstellung gemeinsam.

Viele Themenecken im Museum

Das Museum ist schon längst kein Geheimtipp mehr. Mit den zahlreichen Ausstellungsstücken schicken die Betreiber ihre Gäste immer wieder durch eine spannende Reise durch die Zeit. Einige schwelgen in Erinnerungen, anderen wird es beim Anblick des uralten Zahnarztbestecks ganz schwindelig.

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Inga Gercke
 

Das älteste Exponat im historischen Dorfmuseum ist übrigens eine etwa 3000 Jahre alte Mooreiche. Seit der Eröffnung vor 28 Jahren haben sich viele Dinge angesammelt. Zirka 2740 Einzelteile werden in über zehn „Themenecken“ präsentiert – von Handwerkszeug, über landwirtschaftliche Geräte, bis hin zur Hauswirtschaft. Auch die Hochzeitsschuhe von Ingwer Christophersens Ur-Ur-Ur-Großmutter, sind hier zu sehen. „Die sind auch schon richtig alt“, sagt er. Und wie man sieht, auch ziemlich klein:

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Inga Gercke
 

Besonders viele Menschen interessieren sich für das hauseigene Archiv. „Viele Leute kommen her und stöbern in den Dorfchroniken“, sagt Hans-Heinrich Petersen. Schließlich steht hier, wann, wo und wer in Ladelund oder Umgebung lebte.

Der Archivboden – ein Ort der Begegnung

Vergangenes Jahr kam ein Paar aus Australien ins Dorfmuseum. Der Mann kam damals als Flüchtling nach Ladelund. Sie wollten im Archiv etwas nachschauen. Einige Minuten später kam ein Mann aus Köln, ebenfalls Ex-Ladelunder. Die Wiedersehensfreude nach 50 Jahren der ehemaligen Nachbarn auf dem Dachboden des Dorfarchivs ist Ingwer Christophersen gut in Erinnerung.

Die alten Telefone sorgen, vor allem bei Kindern, immer wieder für Verwirrung.

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Inga Gercke
 

„Die tippen immer auf der Drehscheibe rum und wundern sich, dass nicht gewählt wurde“, erzählt Hans-Heinrich Petersen, „und wer anruft, das kann man auch nicht sehen“, bemängeln die Kleinen regelmäßig.

Zurück zum Spielzeug

Von der nicht ganz so modernen Technik zurück zum noch älteren Spielzeug vergangener Tage. Vor der frisch gestrichenen grauen Wand ist der Stand der Dinge aufgebaut. Zu viel wollen die Organisatoren noch nicht verraten, schließlich soll die Sonderausstellung ja einen Neuwert bieten. Einige historische Kostbarkeiten stellt das Team dann doch vor. Zum Beispiel die Laterna-Magica:

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Inga Gercke

Das Projektionsgerät gehört Gretel Freidrichsen und war mal ein Geschenk ihrer Großmutter. Kleine Glasscheiben mit unterschiedlichen Motiven werden durch eine Lichtquelle beleuchtet und durch die Technik dann vergrößert an die Wand projiziert. Als Lichtquelle war eigentlich eine Kerze vorgesehen, aber Gretels Vater nahm immer eine  Glühbirne, erinnert sie sich zurück.

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Inga Gercke

„Wir saßen bei der Vorführung immer in der Badewanne, weil dort eine große weiße Wand war“, ist Gretel Friedrichsen im Gedächtnis geblieben. „Vielleicht bieten wir auch eine kleine Filmvorführung an, wenn die Leute da überhaupt Lust zu haben.“

Über eine Spielzeug-Leihgabe würde sich das Dorfmuseum freuen. Gesucht werden Spielsachen, die  ihre 50 Jahre geknackt haben. Nach der Ausstellung werden die Kindheitserinnerungen selbstverständlich zurückgegeben.

Schräg hinter dem antiken DVD-Player steht ein, ja was eigentlich? Viele kennen sicher Schaukelpferde, aber einen Schaukelbären? „Das ist Hugo“, sagt Renate Christophersen „ein echter Kein-Ohr-Bär.“

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Inga Gercke
 

Hugo, der Bär, war ein Geschenk ihres Vaters. „Und wie wir mit ihm die Bergstraße hoch- und wieder runtergeflitzt sind“, erinnert auch sie sich in ihre Kindheit zurück. Fast 60 Jahre hat Hugo-Bär schon auf dem Buckel. Irgendwann sind ihm die Ohren abhandengekommen – kein Wunder, bei so vielen Abenteuern.

Neben der Laterna-Magica und Hugo, dem Bären ohne Ohren, warten noch viele andere Spielsachen auf die Museumsbesucher. Ab einem gewissen Alter ist eine Reise in die Vergangenheit vorprogrammiert.

Das Dorfmuseum Ladelund (Westerstraße 13 a), hat immer mittwochs von 14 bis 18 Uhr, oder nach Vereinbarung (04666-989116, -723 oder -989730), geöffnet.

Die Sonderausstellung unter dem Motto „historisches Spielzeug“ ist von Mittwoch, 1. Mai, bis Ende Oktober zu bestaunen.

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