Überraschung : Zur Bescherung in die Kaserne

Die Gaben kamen gut an.
Die Gaben kamen gut an.

Die Soldaten des Bataillons Elektronische Kampfführung 911 in Leck/Stadum sammelten Geld und kauften dafür Geschenke. Die verteilten sie während einer Weihnachtsfeier an Kinder aus weniger begüterten Familien.

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20. Dezember 2013, 06:45 Uhr

Beim Auspacken der Geschenke erstrahlen die Kinderaugen vor lauter Glück, und das erzeugte bei manchem Erwachsenen eine Gänsehaut vor lauter Rührung. Die Bescherung vor dem großen Fest in der General-Thomsen-Kaserne kam an die richtige Adresse: 26 Kinder, bei denen der Gabentisch nicht so reichlich gedeckt sein wird, freuten sich über die liebevoll eingepackten Präsente.

Die zirka 800 Soldaten des Bataillons Elektronische Kampfführung 911 haben es sich zu Herzen genommen, dass es Familien gibt, die am Rande des Existenzminimums leben, bei denen es nicht unbedingt täglich eine warme Mahlzeit gibt und die Kinder von einem Weihnachtsbaum oder Geschenken nur träumen können. Gutes tun wollten sie – und setzten das mit mehreren Aktionen um. Zum einen verkauften Soldaten Erbsensuppe und Glühwein auf dem Lecker Weihnachtsmarkt, andererseits ließen sie intern eine Sammelbüchse herumgehen.

Nun sollte aber nicht einfach nur ein Scheck überreicht werden. Oberleutnant Melanie Weiß nahm die Organisation der Aktion mit Hilfe der 5. Kompanie in die Hand. Als Presse- und Jugendoffizier setzte sie sich mit der diakonischen Einrichtung „Familie im Mittelpunkt“ in Leck in Verbindung und bat darum, dass die betreuten Kinder einen Wunschzettel ausfüllten. „Wir haben alle Wünsche erfüllt, entweder Spielsachen gekauft, gut erhaltene gesammelt und andere selbst repariert“, erzählt Melanie Weiß. Den Kompaniechef Frank Schwarz beeindruckte, welche bescheidenen Sehnsüchte die Kinder zu Papier gebracht hatten. Da ging es beispielsweise um Lego, Barbiepuppen und Bücher….

Mit einem Bundeswehrbus wurden die Familien abgeholt. „Ich bin hier der Chef und freue mich, dass ihr gekommen seid“, begrüßte der Kommandeur, Fregattenkapitän Carsten Sinner, die Schar im ehemaligen Offiziersheim. Es sei ihm und den Soldaten ein Anliegen, sie kennenzulernen.

Dann lauschten die Mädchen und Jungen dem Militärpfarrer Jörg Reglinski aus Husum. Er las die Weihnachtsgeschichte aus der Sicht von Jesus vor und hatte gar jedem Dreikäsehoch einen Schoko-Weihnachtsmann mitgebracht. Schoko-Kuchen und Süßes mit bunten Verzierungen – extra in den heimischen Backöfen der Soldaten gebacken – gab’s zum warmen Kakao. Berührungsängste zeigten die Steppkes nicht. Einige nahmen auf dem Schoß ihrer uniformierten Gastgeber Platz und ließen es sich schmecken.

Für Spannung sorgte natürlich der Auftritt des Weihnachtsmannes, der in eine gewisse Ähnlichkeit mit Oberstleutnant Ole Petersen hatte. Die Geschenke erst zu Hause auszupacken, kam nicht in Frage. Zu groß war die Aufregung – größer als die Pakete selbst, in denen mehr als nur ein Teil verborgen war.

Danach nutzten die Kinder die Spiele-Ecke, bastelten an anderen Tischen oder versuchten sich beim Bowlen. „Das ist richtig toll gemacht für die Kinder. Die freuen sich riesig“, honorierte eine junge Mama den ungewöhnlichen Einsatz der Soldaten, der nachahmenswert ist. „Wir werden diese Aktion auf jeden Fall wiederholen“, versprach Melanie Weiß.

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