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Nordfriesland Tageblatt

19. September 2017 | 15:47 Uhr

Zugunglück : Zug mit 130 Passagieren evakuiert

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Einsatzkräfte retten Reisende aus entgleistem Zug / Unter den Insassen waren auch drei Schulklassen aus Hamburg / Keine Verletzen

shz.de von
erstellt am 16.Jun.2015 | 05:00 Uhr

Mit einem Schrecken endete gestern der Start in den Urlaub für etwa 130 Reisende kurz vor Niebüll: Gegen 12.30 Uhr rollte ein IC-Kurswagen aus Köln kommend in Richtung Bahnhof. Etwa 200 Meter vor dem Bahnsteig sprang der Zug beim Rangieren plötzlich aus den Gleisen und kam abrupt zum Stehen. Kurz darauf wurden die Freiwillige Feuerwehr Niebüll, das Deutsche Rote Kreuz und das Technisches Hilfswerk alarmiert. Die Rettungskräfte halfen den 130 Passagieren aus dem verkeilten Zug, der in leichter Schräglage im Gleisbett stand. Unter den Reisenden befanden sich an diesem Tag besonders viele Kinder: Drei Schulklassen aus Hamburg waren auf dem Weg nach Dagebüll. Doch Schüler und Erwachsene hatten Glück: Wie die Bundespolizei mitteilte, wurde keiner der Zuginsassen verletzt. Rund eineinhalb Stunden nach dem Rangierunfall konnten die Passagiere ihre Reise mit einem Sonderzug der Norddeutschen Eisenbahngesellschaft Niebüll (neg) fortsetzen.

„Der Unfall ereignete sich dicht zum Hauptgleis, und es entstand erheblicher Sachschaden“, sagte Hanspeter Schwartz von der Bundespolizei. Die Behörde hat nun die Ermittlungen nach der Unfallursache aufgenommen. Die Sachlage scheint auf den ersten Blick kompliziert, da die Deutsche Bahn und die „neg“ sich am Montag gegenseitig die Verantwortung für den Unfall zuschrieben. Aus der DB-Konzerzentrale in Hamburg hieß es gestern, die betroffene „Infrastruktur“ werde nicht durch die DB verwaltet. Anders argumentierte der neg-Geschäftsführer Ingo Dewald: „Die Weiche gehört zwar uns, aber die Stelleinrichtung gehört der Deutschen Bahn.“

Unter den Evakuierten war am Montag auch die Essener U-Bahnfahrerin Gabriele Nagel, die sich durch den Unfall auf der Anreise ihre Kur auf der Insel Föhr nicht verderben lassen wollte: „Es hat bei der Entgleisung zwar gerumpelt, das war aber nicht dramatisch.“ Auch Eltje Felbier aus Hamburg, die mit ihrem dreieinhalb Monate alten Sohn unterwegs war, hatte eine Stunde nach dem Unfall in erster Linie Lob für die Retter im Sinn: „Die Feuerwehrleute waren ausgesprochen nett. Es gab keinen Grund, um Angst zu haben.“

Während die Passagiere ihre Reise mit einem Schrecken fortsetzen konnten, sorgte der Unfall auf der Strecke zwischen Niebüll und Sylt für längeren Stillstand. Erst gegen 15 Uhr konnte das THW die Unfallstelle mit einem speziellen Räumwagen anfahren. „Es wird sich zeigen, wie stark die Waggons verkeilt sind“, sagte der stellvertretende THW-Ortsbeauftragter Frerk Matthiesen. Mit 14 Personen war das THW anschließend an der Unfallstelle im Einsatz. Syltpendler und Touristen hatten bis 17.30 Uhr Uhr das Nachsehen – erst dann wurde die Strecke auf die Insel wieder freigegeben.

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